Die Hürdensprinterin Ditaji Kambundji überzeugt nicht nur auf dem Sportplatz, sondern auch mit ihren Fähigkeiten an der Nähmaschine. Dies öffnet der Werbebranche neue Wege.
Vorsicht: Dies ist eine Produktplatzierungskolumne. Im Gegensatz zu unserem gebührenfinanzierten Fernsehsender legen wir Wert darauf, dies anzukündigen. Leser mit empfindlichen Gemütern können die Lektüre an dieser Stelle beenden.
Die Geschichte dahinter ist jedoch ziemlich charmant. Ditaji Kambundji, die im September in Tokio WM-Gold über 100 Meter Hürden gewann und schnell alle Herzen der Sportfans eroberte, präsentierte sich kürzlich bei den Sports Awards als nicht nur eine Ausnahmeathletin, sondern auch als typisches Berner Mädchen. In ihrer Freizeit setzt sie sich gerne an die Nähmaschine.
Das Abendkleid, das Kambundji bei der Preisverleihung trug, hatte sie selbst geschneidert und machte einen tollen Eindruck. Die Leichtathletin sah keineswegs verloren aus neben den anderen Sportlerinnen, die wohl teure Boutiquen besucht hatten. So weit, so stylisch. Doch Kambundji ist auch Markenbotschafterin einer Schweizer Nähmaschinenmarke, deren Name in einem eingespielten Video hervorgehoben wurde.
Man sollte nicht überrascht sein. Die Skirennfahrerin Wendy Holdener erzählte einst im Vorfeld einer Ski-WM, dass sie zwischen zwei Rennen noch einen Kuchen backe und fragte nach dem Stress: “Ich habe halt einen guten Backofen.” Ihr Branchenkollege Marco Odermatt berichtet gerne, dass er immer zuerst seine Kleidung in die Waschmaschine schmeisse, wenn er nach Hause kommt.
Erinnern Sie sich? Die beiden sehen wir oft in den Werbeunterbrechungen bei Skirennen mit Geräten eines Schweizer Haushaltgeräteherstellers hantieren. Vielleicht sollte das SRF darüber nachdenken, noch enger mit diesen Marken zusammenzuarbeiten: Ein lockerer Spruch ins Mikrofon, ein Glöckchen klingelt, und schon folgt der bezahlte Werbespot.
Das wäre umso besser, da unsere Sportstars für Produkte werben, die perfekt zu den Couch-Potatos passen: Nähmaschinen, Backöfen und weiteres Haushaltgerät. Man spricht bei hohen Einschaltquoten von Skirennen mitten am Vormittag oft von der “Bügelquote”: Hemden bügeln sich viel einfacher, wenn man vor dem Fernseher sitzt, über den Wendy wedelt.
Das Marktpotenzial scheint unerschöpflich. Roger Federer sagte: “Vor dem Plauschmätschli gegen Rafael Nadal habe ich mir selbst einen Kaffee gebrüht… nicht gekapselt.” – Nadja Kälin meinte: “Seit ich das Wachs selbst auf die Ski bügle, gewinne ich im Langlauf Olympiamedaillen.” – Noè Ponti erklärte: “Dank meinem Wäschetrockner muss ich auch nach kurzer Trainingspause nie mehr in eine nasse Badehose schlüpfen.”
Letztlich steht das alles für eine typisch schweizerische Tugend: Achte zuerst darauf, dass zu Hause Ordnung herrscht! (Dann musst du vor keiner Herausforderung mehr zurückschrecken.)