Der Versicherungskonzern Helvetia Baloise plant nach der Fusion Einsparungen von 350 Millionen Franken pro Jahr, was höhere Dividenden ermöglichen soll. Diese sollen bis 2029 um rund 20 Prozent steigen, so Konzernchef Fabian Rupprecht. Die Aktien des Unternehmens (Kürzel: HBAN) haben seit der Dezember-Dekotierung der Baloise-Aktien um 3,2 Prozent zugelegt und werden nun stärker international geführt, was sich auch in einem Kapitalmarkttag in London zeigt.
Die Analysten sind optimistisch gestimmt: Acht von dreizehn Analysten bei Bloomberg empfehlen den Kauf der Helvetia-Baloise-Aktien. Farooq Hanif von JP Morgan sieht Möglichkeiten für weitere Einsparungen, insbesondere durch Überlappungen in verschiedenen Geschäftsbereichen.
Der geplante Stellenabbau beträgt zwischen 2000 und 2600 Arbeitsplätze weltweit aus rund 22 000. In der Schweiz sollen bis zu 1400 bis 1800 Jobs wegfallen, wobei Basel besonders betroffen ist. Von den etwa 1000 Arbeitsplätzen in St. Gallen werden rund 400 nach Zürich verlegt; auch dort sind weitere Kürzungen geplant.
Die Fusion mit der Baloise, die im Dezember letzten Jahres abgeschlossen wurde, stellt eine bedeutende Veränderung dar. Der Fusionsentscheid wurde unter anderem durch den Druck des Investors Cevian beeinflusst, der sich für mehr Rentabilität einsetzte. Die Basler Unabhängigkeit hatte lange Zeit Vinkulierung gesichert, die jedoch 2024 aufgehoben wurde.
Basel bleibt Sitz des Konzerns, doch ist ungewiss, wie lange Helvetia-Mitarbeiter auf dem neu eröffneten Campus arbeiten werden. Beide Helvetia-Türme von Herzog & de Meuron könnten mittelfristig nicht mehr benötigt werden, während die Baloise im neuen Quartier untergebracht wird.
Traditionell war Basel der Standort für wichtige Positionen bei beiden Unternehmen. Diese Verwurzelung wurde durch Fusionsbestrebungen anderer Versicherer und den Kauf der Nationale Suisse 2014 verstärkt. Nun, mit dem Fokus auf internationalere Investoren, ist die Zukunft des Basler Stadtbilds neu zu gestalten.
Obwohl der Vertrieb in der Schweiz weitgehend erhalten bleibt, stellt der Abbau einen einschneidenden Wandel für den Standort Basel dar. Die Unternehmenskultur von Baloise wird als engagiert und vertrauensvoll beschrieben, ein Aspekt, der nun durch die Fusion neu bewertet wird.