Ein Bericht der Hochschule Luzern (HSLU) legt dar, dass in dermatologischen Datenbanken Bilder von dunkler Haut besonders häufig fehlen. Diese Bilddaten sind entscheidend für die Diagnose vieler Hauterkrankungen, da sich Symptome je nach Hautfarbe unterscheiden können. Die Forscherinnen der HSLU haben zusammen mit dem Universitätsspital Basel und der Universität Basel 1,1 Millionen Bilder aus 29 internationalen Datenbanken analysiert. Dabei stellten sie fest, dass dunklere Hauttöne nur etwa sechs Prozent der Bilddaten ausmachen.
Das Forschungsteam setzte nicht einfach auf die Sammlung zusätzlicher Bilder, sondern analysierte zunächst, wo die größten Lücken bestehen. Im Projekt «Skin Map» nutzten sie Künstliche Intelligenz, um ähnliche Bilder zu gruppieren und unterschiedliche Bezeichnungen für dieselbe Krankheit zusammenzufassen. Das Ergebnis war ein digitaler Atlas, der dokumentiert, welche Hautbilder gut repräsentiert sind und wo wichtige Aufnahmen fehlen. Die HSLU beschreibt dies als eine Art Fahndungsliste für fehlende Daten, die Ärzten hilft zu beurteilen, ob neue Fotos Lücken schließen.
Nicht nur Bilder von dunkler Haut sind unzureichend vertreten; auch Kinderhaut und gesunde Haut kommen selten vor. Der Anteil an Kinderhaut beträgt laut dem Bericht lediglich drei Prozent. Die mangelnde Dokumentation von gesunder Haut ist problematisch, da für eine sichere Erkennung von Krankheiten Vergleichsbilder notwendig sind.
Die Forscherinnen planen, Bilddaten gezielter zu sammeln, um diese Lücken deutlich zu machen und so die Diagnosequalität in Zukunft zu verbessern.