Betrüger nutzen den Belarus-Rubel-Trick, um ahnungslose Opfer mit scheinbar wertvollen Fremdwährungen zu ködern. Die Polizei warnt seit längerem vor dieser bekannten Betrugsmasche.
Ein junger Mann aus Bern hatte Mitleid mit einem angeblich in Not geratenen Autofahrer und tauschte 150 Franken gegen angebliche belarussische Banknoten, die sich später als wertlos herausstellten. Der Täter behauptete, aus Belarus zu stammen, kaum Benzin mehr zu haben und dringend Schweizer Geld für Treibstoff und Essen benötigen. Als Gegenleistung bot er scheinbar wertvolles Bargeld an. Trotz gewisser Zweifel ging der Berner auf den Tausch ein, wie er später auf Reddit berichtete: «Mir war klar, dass es nicht so viel sein würde, wie er behauptete, und hakte es als gute Tat ab.»
In einer Wechselstube stellte sich heraus, dass die Banknoten nach der Währungsreform Belarusslands im Jahr 2016 wertlos sind. «Also, seid gewarnt vor diesem Betrug!», warnte der Reddit-Nutzer.
Solche Vorfälle sind nicht isoliert: Weitere Nutzer berichteten über ähnliche Erlebnisse in Zürich, Luzern und Genf. Deutsche und österreichische Polizeibehörden hatten bereits im vergangenen Jahr vor dem Betrug gewarnt.
Die Kantonspolizei Bern bestätigt auf Anfrage von Nau.ch: «Es handelt sich um ein gängiges Phänomen, das wir seit Jahren beobachten, insbesondere während der Reise- und Ferienzeit.» Die Täter stammen nicht aus einer bestimmten Nationalität, wie Kapo-Sprecherin Pia Maria Schürch betont.
Die Masche tritt häufig an stark befahrenen Verkehrsachsen, Autobahnraststätten und Hauptstraßen auf. Hier wird oft eine Notlage vorgetäuscht – etwa Benzinmangel oder hungrige Familienmitglieder im Auto –, um Bargeld zu ergaunern.
Schürch rät: Gehen Sie niemals auf Geldwechsel- oder Tauschangebote von Fremden ein. Bleiben Sie misstrauisch bei Bitten um finanzielle Hilfe im öffentlichen Raum. Geben Sie keine persönlichen Daten an Unbekannte weiter und verständigen Sie die Polizei über Notrufnummern 117 oder 112, wenn etwas verdächtig erscheint.
Die Täter nutzen verschiedene Varianten: wertlose Banknoten, Drängen auf sofortige Überweisungen mit gefälschten Belegen und aggressives Betteln. Ziel ist es, die Unwissenheit der Opfer über ausländische Zahlungsmittel auszunutzen.