Trotz tödlicher Vorfälle in Minneapolis entsendet Donald Trump weiterhin ICE-Beamte. Beobachtungen am Flughafen O’Hare in Chicago zeigen die Realität. In den frühen Morgenstunden um sechs Uhr sind am Flughafen O’Hare keine ICE-Beamten zu sehen; sie erscheinen normalerweise erst gegen neun, so ein Kioskbetreiber, der sich als Ramirez vorstellt und seinen Nachnamen nicht nennen möchte. In seiner Freizeit trinkt er einen Kaffee und beobachtet das Geschehen. Laut seiner Beobachtung patrouillieren die ICE-Beamten sowohl in der Eingangshalle als auch nahe den Gates, meist zu viert oder in Sechsergruppen. Ramirez berichtet: “Ich bin amerikanischer Bürger und fühle mich nicht beunruhigt. Viele Passagiere jedoch erschrecken bei ihrem Anblick.” Seit Beginn der Woche sind diese umstrittenen Einwanderungspolizisten an verschiedenen US-Flughäfen im Einsatz, um die TSA zu entlasten, da das Ministerium für Inlandsicherheit (DHS) seit Mitte Februar aufgrund eines Budgetstreits teilweise stillsteht. Über 100.000 Sicherheitsmitarbeiter arbeiten unbezahlt und viele sind demotiviert; sie lassen sich krankschreiben oder suchen andere Beschäftigungen, was zu Überlastungen führt. Ein Unfall am Flughafen La Guardia in New York, bei dem zwei Piloten ums Leben kamen, wird auf Personalengpässe zurückgeführt. Der Personalmangel verursacht Probleme bei den Sicherheitskontrollen und viele Passagiere verpassen ihre Flüge. “Wir stehen kurz vor einem Zusammenbruch im Flugverkehr”, so Erik Hansen von der US Travel Association. Nun unterstützen ICE-Beamte die TSA, ob sie jedoch zur Beruhigung oder Verschärfung des Chaos beitragen, ist umstritten. Ursprünglich aus Minneapolis abgezogen, wurden sie nach tödlichen Zwischenfällen dort eingesetzt. Präsident Trump behauptet, ihre Anwesenheit sei aufgrund der Weigerung der Demokraten notwendig. Die konkrete Rolle der ICE-Beamten bleibt unklar; laut Grenzschutzbeauftragtem Tom Homan werden sie nicht für Scanner ausgebildet. Dennoch könnten sie die Abläufe beschleunigen, wie er CNN gegenüber sagte. Trump erwähnte auch mögliche Festnahmen illegaler Einwanderer. Ramirez bestätigte eine Verhaftung am Vortag in einem anderen Terminal. Trump zielt auf illegale kriminelle Einwanderer ab und nennt insbesondere Somalier, die sich während der Pandemie Milliarden an Sozialhilfe erschlichen hätten. Die Demokraten fordern Reformen im ICE-Einsatz, darunter richterliche Durchsuchungsbefehle und Körperkameras für Beamte. Trump scheint flexibel zu sein; er befürwortet Masken nur unter bestimmten Umständen, um das Flughafenchaos zu lindern. Ramirez berichtet, dass die ICE-Beamten unvermummt auftreten und keine Proteste beobachtet wurden. In Chicago ist die Lage ruhiger als am überlasteten Atlanta Airport. Ein Passagier in der Warteschlange nach Dallas meint: “ICE erledigt den Job.” Ein Kiosk-Mitarbeiter bleibt vorsichtig, da bei Trump nie klar sei, wohin die Dinge führen könnten.