Das Internationale Olympische Komitee (IOC) will ab sofort Geschlechtstests für die Teilnahme an internationalen Frauenwettbewerben verpflichtend machen. Diese Maßnahme folgt auf Diskussionen rund um das Frauenboxen bei den Sommerspielen 2024.
Das IOC kündigte an, dass alle Sportlerinnen einem Geschlechtstest unterzogen werden müssen, um in der Frauenkategorie startberechtigt zu sein. Transfrauen soll zukünftig der Zugang zur Frauenkonkurrenz verwehrt bleiben, wie das IOC am Donnerstag bekannt gab. Die neue Regelung ist von einer Arbeitsgruppe unter Leitung von IOK-Präsidentin Kirsty Coventry erarbeitet worden und zielt auf den Schutz der Frauenkategorie ab.
Der Auslöser für die verschärfte Politik waren Kontroversen um das Frauenboxen bei den Olympischen Sommerspielen 2024. Die Debatte konzentrierte sich auf Imane Khelif und Lin Yu-Ting, die Olympiasiegerinnen im Frauenboxen. Beide waren zuvor von der Weltmeisterschaft ausgeschlossen worden, da sie nach einem Geschlechtstest des Weltverbandes IBA nicht den Teilnahmebedingungen entsprachen. Bei den Spielen durften beide jedoch antreten; IOC-Präsident Thomas Bach erklärte damals: «Es bestand nie ein Zweifel daran, dass sie Frauen sind.»
Gemäß der neuen Richtlinie des IOC müssen Athletinnen nur einmal einen Geschlechtstest absolvieren, wenn keine Zweifel am Ergebnis bestehen. Nach einem positiven Testergebnis sind die Sportlerinnen dann dauerhaft für Wettbewerbe zugelassen.