Die Debatte über eine Besteuerung von Flugtickets hat in der Schweiz an Fahrt aufgenommen. Umweltorganisationen, darunter «Umverkehr», treiben die Initiative voran, um die Klimabilanz des häufig genutzten Flugreisens zu verbessern. Dabei soll eine Abgabe für Vielflieger eingeführt werden, um umweltfreundlichere Verkehrsmittel wie Züge zu fördern.
Trotz der hohen Reisetätigkeit vieler Schweizerinnen und Schweizer sind die klimatischen Auswirkungen des Flugverkehrs beträchtlich: Weltweit verursacht er 3 bis 5 Prozent der Klimaerwärmung, in der Schweiz sogar bis zu 27 Prozent. Die Initiative zielt darauf ab, den Flugverkehr gemäß dem Klimaschutzgesetz auf Netto-Null auszurichten und dabei Zwischenziele sowie Absenkpfade festzulegen.
Eine differenzierte Gebühr soll je nach Distanz und Buchungsklasse erhoben werden, mit Mindestbeträgen von 30 Franken für Kurzstrecken innerhalb Europas bis zu 500 Franken für Privatjets. Rettungsflüge sind hiervon ausgenommen.
Die Einnahmen in Höhe von etwa 1,5 Milliarden Franken sollen wie folgt verteilt werden: eine Rückverteilung von rund einer Milliarde an die Bevölkerung als Mobilitäts-Bons im Wert von ca. 110 Franken pro Person und Investitionen von etwa 500 Millionen Franken in den Ausbau der Bahninfrastruktur sowie in klimafreundliche Technologien.
Priska Wismer-Felder, Mitglied des Initiativkomitees, hebt hervor, dass das preisgünstige Fliegen zu einer Fehlwahrnehmung als normales Verkehrsmittel führt. Sie kritisiert zudem die steuerliche Sonderbehandlung der Luftfahrt.
Thomas Hurter von der SVP argumentiert gegen die Initiative und warnt vor möglichen Umsatzeinbußen für die Flugindustrie, die zu mehr Umweltbelastungen durch grenzüberschreitende Abflüge führen könnten. Er betont zudem den Bedarf an finanziellen Mitteln zur Förderung des Klimaschutzes innerhalb der Luftfahrt.
Mit dem Beginn der Unterschriftensammlung Anfang April steht die Akzeptanz dieser Initiative zur Diskussion. Die Positionen sind geteilt: Pro-Mitglieder wie Priska Wismer-Felder stehen Contra-Vertretern wie Thomas Hurter gegenüber, während Berichte aus Nordeuropa aufzeigen, welche Erfahrungen Länder mit ähnlichen Initiativen gemacht haben.
Die Initiative steht im Kontext der steigenden Passagierzahlen an Schweizer Flughäfen und des Drucks nach effektiverem Klimaschutz.