Nach einem starken Beben vor Japans Ostküste mit einer Magnitude von 7.7 wurde im Hafen Kuji in Iwate eine Tsunami-Wellenhöhe von 80 Zentimetern registriert, wie NHK berichtete. An anderen Orten wurden niedrigere Wellen gemessen. In fünf Präfekturen erließ die Regierung eine Evakuierungsanordnung für rund 150’000 Menschen. Ursprünglich wurde das Beben mit einer Stärke von 7.5 angegeben, später jedoch auf 7.7 korrigiert. Das Erdbebenzentrum befand sich etwa zehn Kilometer unter dem Meeresspiegel.
Bislang gibt es keine Meldungen über Schäden oder Verletzte. In der Atomruine Fukushima Daichi sowie in den Kraftwerken von Miyagi und Aomori wurden laut Kyodo News, basierend auf Aussagen der Betreiber, keine Abweichungen festgestellt.
Die Wetterbehörde warnte vor potenziellen Nachbeben gleicher Stärke innerhalb einer Woche und gab eine Erdbebenwarnung für den Norden Japans sowie andere Regionen aus. Die Gefahr schwerer Erschütterungen sei gestiegen, weshalb 182 Gemeinden in sieben Präfekturen zu Katastrophenschutzmaßnahmen aufgerufen wurden, so NHK. Auch die Kanto-Region, Heimat von Tokio, könnte betroffen sein. Premierministerin Sanae Takaichi appellierte an die Bevölkerung, sich in den kommenden Tagen auf mögliche Evakuierungen vorzubereiten.
Tsunamis entstehen oft durch Erdbeben oder Vulkanausbrüche, die den Meeresboden beeinflussen. Im Vergleich zu oberflächlichen Wellen sind Tsunamis gefährlich, da sie tiefere Wasserschichten bewegen. NHK warnte davor, dass zwischen der Beobachtung von Gezeitenänderungen durch einen Tsunami und dem Auftreten der größten Wellen Stunden vergehen können.
Das jüngste Erdbeben ereignete sich zehn Kilometer unterhalb des Meeresbodens vor der Ostküste Japans. Die anfänglich mit 7.4 gemessene Stärke wurde später auf 7.7 erhöht. Premierministerin Takaichi rief die Bevölkerung in den betroffenen Gebieten dazu auf, sich sofort in höher gelegene Gegenden zu begeben. Japan gilt als eines der erdbebengefährdetsten Länder weltweit.
Nach dem schweren Erdbeben und Tsunami im März 2011 kam es im Atomkraftwerk Fukushima Daichi zu mehreren Kernschmelzen, da die Kühlsysteme ausgefallen waren.
SRF4 News, 20.04.26, 13:30 Uhr