Während Japan den US-Präsidenten intensiv umgarnt, ziehen die Europäer eine klare Linie im Konflikt mit dem Iran. “Das ist nicht unser Krieg”, betonte EU-Aussenbeauftragte Kaja Kallas nach einem Treffen in Brüssel am 16. März. Ähnlich äußerte sich der französische Präsident Emmanuel Macron: “Wir sind keine Partei in diesem Konflikt.” Der deutsche Bundeskanzler zeigte sich zunächst sympathisch, distanzierte sich dann aber vorsichtiger. Diese europäischen Statements lösten verärgernde Reaktionen von Trump aus. Er kritisierte die Europäer erneut als unzuverlässige Partner. Als Folge gab es nur halbherzige Hilfsangebote der EU zur Sicherung der Strasse von Hormuz, und zwar erst nach einem Kriegsstillstand. Das Allianzmanagement zwischen den USA und Europa versagte auf beiden Seiten. Die Amerikaner hatten die Europäer nicht über ihren Militäreinsatz informiert, um Geheimhaltung zu gewährleisten, was später zu einer schleppenden Einbindung führte. Auf europäischer Seite herrscht eine irritierende Sorglosigkeit: Einerseits fordern sie Mitspracherechte bei den Ukraine-Verhandlungen, andererseits kritisieren sie amerikanisch-israelische Militäraktionen gegen Iran. Japan hingegen verfolgt einen anderen Ansatz. Ministerpräsidentin Sanae Takaichi besuchte Washington mit großem Lob für Trump und betonte vor Kameras: “Nur du, Donald, kannst weltweiten Frieden schaffen.” Ihr offenes Bekenntnis zur Unterstützung der USA brachte ihr Anerkennung von Trump ein. Er lobte Japan als verantwortungsbewusst im Gegensatz zur Nato. Tokios Strategie ist durch seine geografische Lage und Sicherheitsinteressen motiviert, insbesondere die chinesische Bedrohung zu bekämpfen. Wie ihr Vorgänger Shinzo Abe, fokussiert Takaichi auf militärische Stärkung Japans und Allianzen mit den USA sowie anderen regionalen Partnern. Die enge Bindung an Amerika ist essenziell für Japan, um China abzuschrecken. Die demonstrative Nähe zu Trump dient auch als politische Botschaft nach Peking: Eine Teilung zwischen Washington und Tokio wird es nicht geben. Angesichts von Trumps Unberechenbarkeit ist diese Allianz in Tokio von zentraler Bedeutung. Im Gegensatz dazu zeigt sich die Anschmiegsamkeit europäischer Regierungschefs abnehmend. Während der Nato-Generalsekretär versucht, Trump zu besänftigen, äußern viele offene Kritik am Iran-Krieg. Spanien lehnt den Konflikt deutlich ab; Finnland und das Baltikum hingegen verfolgen eine versöhnlichere Linie. In Asien sind die US-Allianzen seit dem Kalten Krieg als “Hub and Spoke” strukturiert, wobei alle Länder direkt mit Washington verbunden sind. Europa dagegen nutzt eine multilaterale Sicherheitsarchitektur durch Nato und EU. Dies führt gelegentlich zur Sorglosigkeit im Umgang mit den USA. Trotz unterschiedlicher Ansätze bleibt das Management der Allianzen zentral für die Sicherheit beider Regionen, sowohl Europa als auch Japan investieren in ihre Verteidigungsfähigkeiten, um aus einer übermäßigen Abhängigkeit herauszukommen und eigene Stärke zu demonstrieren.