In wenigen Tagen findet die zweite Runde der Kommunalwahlen statt, bei denen sowohl die linke als auch die rechte Seite strategische Allianzen gebildet haben. In Frankreichs Talkshows ist das Rededuell zwischen Emmanuel Grégoire, Rachida Dati und Sophia Chikirou im Nachrichtensender BFMTV besonders hervorzuheben: Fast drei Stunden lang debattierten sie über die Zukunft von Paris, der Hauptstadt des Landes.
Die Spitzenkandidaten für das Pariser Rathaus haben sich bereits am Sonntag qualifiziert: Grégoire führt eine Liste von Sozialisten, Grünen und Kommunisten an, Dati tritt seit dieser Woche für ein Bündnis aus Konservativen, Liberalen und Zentristen an, während Chikirou von La France insoumise (LFI) unterstützt wird. Ebenso qualifizierten sich Pierre-Yves Bournazel und Sarah Knafo; letztere zog jedoch am Dienstag ihre Kandidatur zurück, um die Linke zu schwächen, wie sie erklärte: «Ich trete nicht zugunsten von Dati zurück, sondern zugunsten von Paris.» Kurz darauf vereinbarte Bournazel eine Fusion seiner Liste mit der von Dati.
In dieser dynamischen politischen Landschaft wurde Macron vorgeworfen, sich für Knafo’s Rückzug eingesetzt zu haben, was er entschieden zurückwies. Der französische Präsident betonte aus Brüssel, wo er am Europäischen Rat teilnahm, dass er sich nicht in die Wahlen einmischt.
Während der Fernsehdebatte beschuldigte Grégoire Dati, mit Unterstützung der extremen Rechten ins Amt zu kommen – einen Vorwurf, den sie bestritt. Sie versprach hingegen mehr Sicherheit und kritisierte die Stadtverwaltung für systematisches Versagen im Skandal um Missbrauchsfälle an öffentlichen Vorschulen.
In Marseille präsentiert sich das Duell zwischen dem gemäßigt linken Kandidaten Benoît Payan und Franck Allisio vom RN als sehr eng. Sébastien Delogu, der LFI-Kandidat, zog seine Kandidatur zurück, um den Linken nicht zu schaden. Die Verweigerung einer Allianz mit Delogu durch Payan bleibt bestehen, während Martine Vassal auf der rechten Seite die Einheit des Lagers verhindert.