Israel greift mit Luftschlägen und psychologischer Kriegsführung den iranischen Sicherheitsapparat an, um einen Volksaufstand gegen das Regime zu fördern. Die Wirksamkeit dieser Strategie wird von Experten jedoch bezweifelt. In einer Mitteilung hat Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu erklärt: «Unsere Luftwaffe greift die Terroristen am Boden, an den Kreuzungen und auf den Plätzen an», sagte er. «Damit soll es den mutigen Menschen in Iran ermöglicht werden, das Fest des Feuers zu feiern. Also feiert – fröhliches Nowruz. Wir schauen von oben zu.» Das traditionelle iranische Feuerfest findet vor dem Neujahrsfest Nowruz statt und beinhaltet ein gemeinsames Umzünden eines Lagerfeuers, um böse Geister abzuwehren. Angesichts des seit Wochen andauernden Konfliktes in Iran könnte vielen jedoch der Sinn zum Feiern fehlen. Netanyahu versuchte mit seinem Aufruf zu testen: Würden die Iraner trotz Gefahr auf die Straßen gehen? In einigen Städten kam es tatsächlich zu kleineren Demonstrationen, bei denen Feuer entzündet und regierungskritische Parolen skandiert wurden. Die Sicherheitskräfte reagierten jedoch schnell und unterbanden diese Versammlungen. Israel will die Macht der Sicherheitskräfte nun mit gezielten Luftschlägen brechen, wobei besonders die Basij-Miliz ins Visier genommen wird. Zuvor hatte Israel den Kommandanten der Basiji, Brigadegeneral Gholamreza Soleimani, getötet. Seitdem bombardiert Israels Luftwaffe gezielt Gebäude und Checkpoints dieser Miliz sowie Einrichtungen der Revolutionsgarden und iranischen Polizei. Berichten zufolge richteten sich etwa ein Fünftel von über 10.000 israelischen Angriffen gegen den Sicherheitsapparat, um die Bedingungen für einen Volksaufstand zu schaffen. Netanyahu hat mehrmals betont, dass der Zeitpunkt des Sturzes des Regimes naht. Die Basij-Miliz ist ein bedeutendes Hindernis auf diesem Weg. Ihre Mitglieder haben zuletzt bei der brutalen Niederschlagung von Protesten im Januar mitgewirkt, bei denen Tausende getötet wurden. Die Truppe umfasst mehrere Millionen Anhänger des Regimes und ist bekannt dafür, gewaltsam gegen Demonstrationen vorzugehen und Menschenrechtsverletzungen zu begehen. Ursprünglich als Freiwilligenmiliz gegründet, unterstützen die Basiji heute die Revolutionswächter bei der Überwachung der Bevölkerung und sollen säkulare Teile der Gesellschaft einschüchtern. Mitglieder profitieren von Vergünstigungen und besseren Sozialleistungen. Angesichts der israelischen Angriffe schlafen viele Milizionäre und Polizisten aus Angst in ihren Fahrzeugen oder Zelten. Die israelische Armee setzt auch auf psychologische Kriegsführung, wie eine Audioaufnahme zeigt, in der ein Mossad-Agent einen iranischen Kommandanten bedroht. Die Frage bleibt: Wird diese Strategie genügen, um die Iraner in Massen auf die Straße zu bringen? Shahar Koifman, ehemaliger Leiter des israelischen Militärgeheimdienstes für Iran, bezweifelt dies. Auch Donald Trump sieht die Regierungsgewalt als große Hürde. Raz Zimmt hingegen glaubt an mögliche Desertionen innerhalb der Sicherheitskräfte, die Proteste verstärken könnten. Die Hoffnung Israels besteht darin, dass sich die Iraner unter Lebensgefahr erheben und das Regime stürzen.