Der CEO von Rheinmetall, Armin Papperger, steht nach kritischen Äußerungen zur Drohnenproduktion in der Ukraine in der Kritik. Der Konflikt zeigt eindrucksvoll, wie günstige Drohnen die Schlachtfelder verändern und westliche Planungsstäbe vor neue Herausforderungen stellen.
Die sogenannten First-Person-View-Drohnen haben klassische Frontlinien in eine breite Todeszone verwandelt. Diese Drohnen, bewaffnet mit Sprengstoff und von Soldaten gesteuert, werden pro Tag zu tausenden eingesetzt. Ihr Geräusch löst bei Russen und Ukrainern gleichermaßen Angst aus. Die Drohnen sind tödlich effektiv gegen russische Panzer und Infanterie. Ukrainische Quellen beziffern ihren Anteil an den russischen Verlusten auf etwa 60 Prozent.
Papperger vergleicht die Effizienz der ukrainischen Drohnen mit dem Spielen mit Lego, was Empörung in ukrainischen Kreisen auslöste. Kritiker werfen ihm “deutsche Arroganz” vor und erinnern an NATO-Übungen, bei denen wenige Ukrainer ganze Bataillone mit Drohnen lahmlegten.
Rheinmetall versucht Schadensbegrenzung und betont seinen Respekt für die Verteidigungsbemühungen der Ukraine. Man unterstütze die Ukraine auch in der Luftverteidigung mit Systemen wie “Skynex” und “Skyranger”, die gegen Drohnen eingesetzt werden.
Markus Reisner, ein Militärexperte, warnt davor, die Bedeutung der Drohnenrevolution zu unterschätzen. Er kritisiert das Selbstbewusstsein westlicher Firmen und deren Produkte, die in der Praxis oft nicht den Erwartungen entsprechen.
Der Westen erkenne noch immer nicht vollständig an, wie sehr sich die Kriegsführung verändert hat, sowohl in der Ukraine als auch im Nahen Osten. Iranische Drohnenangriffe hätten niemanden überrascht, so Reisner.
Die Revolution liegt in den kostengünstigen und vielseitig einsetzbaren Drohnensystemen. Warum entstehen in westlichen Unternehmen keine “Billigdrohnen”? Reisner sieht darin das anhaltende Prinzip der Nato-Kriegsführung, die auf Luftüberlegenheit setzt.
In Russland und der Ukraine wird intensiv an der Verbesserung von FPV-Drohnen gearbeitet. Im Sudan und Kolumbien werden sie ebenfalls eingesetzt, um militärische Nachteile auszugleichen. Dies erfordert Anpassungen bei konventionellen Waffensystemen.
Konventionelle Waffen bleiben unverzichtbar, müssen jedoch an die veränderten Bedingungen angepasst werden. Westliche Planungsstäbe und Rüstungskonzerne sind aufgefordert, Lösungen zu finden, um der Bedrohung durch FPV-Drohnen zu begegnen.