Das Osterwochenende wird durch vielfältige kulinarische Bräuche bereichert, bei denen das Symboltier Hase dominiert. Doch auch der Biber hat seinen Platz in dieser symbolischen Zusammenkunft von Tieren gefunden. Nach dem ersten Frühlingsvollmond versammeln sich verschiedene Speisen und Symbole auf den Tafeln und Nestern, um die Arche Noah metaphorisch zu erleben.
Am Karfreitag beginnt das Fest mit Fischgerichten als Brücke zwischen Fasten und Genuss. In der Vergangenheit war alles aus dem Wasser essbar, was auch Biber zu einem unerwarteten Fastenspeise machte, während Murmeli heute noch verzehrt werden. Im Tessin ist der Gitzi ein beliebtes Osteressen und wird über die Alpen hinaus geschätzt. In dieser Zeit kommen auch Schäfchen auf den Tisch.
Bärlauch, trotz Kritik von Feinschmeckern, zählt zu den Highlights des Frühlings mit seinem würzigen Pesto. Die Ostertradition umfasst auch die Colomba, ein südliches Gebäck in Taubenform, das sich im Norden etabliert hat.
Das Fest markiert nach Fastenwochen den Rückkehr der Fülle, oft durch junge Pflanzen und Tiere. Die Paradoxie des Lebensfestes besteht darin, dass dessen Symbolik erst durch ihren Verzehr zum Ausdruck kommt. Dies wird auch beim Spielen mit Ostereiern deutlich, die als Fruchtbarkeitssymbole dienen. Traditionelle Spiele wie die „Eiertütschete“ in Bern und das „Zwänzgerle“ in Zürich ziehen viele an.
Die Zubereitung von Eiern in hartgekochter Form erinnert an die historische Notwendigkeit der Haltbarmachung. Heute sind tierische Produkte oft auf Schokolade oder Teig reduziert, was den Wandel der Ernährungsgewohnheiten zeigt und eine vegetarischere Zukunft des Osterfestes ermöglicht.