Ein reservierter Tisch ist für Personal und Küche eine Planungssicherheit, doch oft bleibt er leer. Ein wachsendes Ärgernis in der Gastronomie wird nun von einem Luzerner Gastwirt mit Konsequenzen beantwortet.
Für spontane Gäste gilt in belebten Restaurants am Abend: Sie haben schlechte Karten. Gleichzeitig bleiben reservierte Plätze oft unbesetzt, weil Anmeldungen nicht eingehalten werden. Dieses Phänomen, bekannt als «No-Show», ist laut einem Bericht des «Blick» für Gastronomen in der Schweiz immer präsenter.
Besonders problematisch wird es in gut gebuchten Restaurants, wo Fabian Dumitrache vom Restaurant Bündnerland in Luzern berichtet, dass alle 70 Plätze an Samstagen vergeben sind und spontan Eintreffende oft abgewiesen werden müssen. Laut einem noch nicht veröffentlichten Bericht von «Lunchgate» bleiben im Schnitt über zwei Prozent der gebuchten Gäste aus. Über 1200 Restaurants nutzen gemäss dem Bericht das System des Unternehmens, was zu einer steigenden Zahl an Ausfällen führt.
Eine nicht rechtzeitig stornierte Reservierung ist besonders bei großen Gruppen und in beliebten Abendzeiten schwierig neu zuzuweisen. Um sich gegen die entstehenden Verluste abzusichern, setzen einige Restaurants auf Gebühren oder verlangen Kreditkartenangaben bei der Buchung. Dumitrache verrechnete einer Reisegruppe mit 30 Personen für ihr Nichterscheinen laut «Blick» eine Summe von 750 Franken.
Andere Lokale haben ein System mit hinterlegten Kreditkarten eingeführt und berechnen im Falle eines No-Shows einen festen Betrag pro Person. Dieses Modell wird unter anderem im Zürcher Metropol getestet, wie berichtet wurde. Der Branchenverband «Gastrosuisse» bestätigt, dass das Thema No-Show in der Gastronomie zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Es geht den Restaurants dabei nicht nur um entgangene Einnahmen, sondern auch um Fairness, da ein leerer reservierter Tisch bedeuten kann, dass andere Gäste abgewiesen werden. Die strengeren Maßnahmen zeigen bereits Wirkung bei den Wirten.
Verwendete Quellen: Artikel im «Blick»