Für Fahrradfahrende ist die Luzerner Innenstadt momentan eine Herausforderung. Dennoch gibt es Hoffnung auf Verbesserungen in naher Zukunft.
Auf der linken Reussseite von Luzern sind die Fahrbahnverhältnisse für VelofahrerInnen schwierig, während die Bauarbeiter gut voranschreiten. Häufig müssen Radfahrer bei Staus absteigen und auf Treppen schieben, da einige Abschnitte der Hauptvelorouten mit spitzen Kieselsteinen übersät sind.
Zuletzt häuften sich solche Rückmeldungen in unserer Community. Wir baten die Stadt um Aufklärung: Was ist der Grund für diese Zustände?
Derzeit gibt es zwei große Baustellen im Zentrum auf wichtigen Velorouten: die Umgestaltung der Bahnhofstrasse und Werkleitungsarbeiten an der Winkelriedstrasse, die als Teststrecke für nachhaltige Mobilität bekannt ist. Die Baustelle vor dem Stadthaus behindert jedoch den Verkehr auf dieser Route.
Die Stadt erklärte, dass beide Baustellen zu veränderten Wegführungen führen. So bleibt in der Winkelriedstrasse ein schmaler Fahrstreifen für Velos offen, was bei Nutzung von beiden Seiten gefährlich ist. Alternativ kann man auf dem mit Kieselsteinen bedeckten Trottoir schieben, was allerdings ebenfalls unangenehm ist.
Im Hirschengraben Richtung Theater müssen RadfahrerInnen komplett das Trottoir benutzen, da die Straße gesperrt ist. Dort fehlt zudem der Belag an einer Ecke zur Hirschmattstrasse, was besonders für schmale Reifen riskant sein kann.
In der Bahnhofstrasse teilen sich Velos und Fussgänger den verbleibenden Straßenraum – ein Problem, das auch vor den Bauarbeiten schon oft zu Konflikten führte.
Die Stadt wurde für die Baustellenzäune kritisiert, was die ohnehin angespannte Situation verschärft hat. “Kritische Rückmeldungen” sind der Stadt bekannt und haben bereits zu kleineren Anpassungen geführt. Wo möglich, wurden Massnahmen zur Verbesserung des Verkehrs umgesetzt.
In zukünftigen Projekten sollen die Erfahrungen aus diesen Baustellen einfließen, um die Planung besser auf alle Verkehrsteilnehmer abzustimmen. Die Stadt verneint auch die Möglichkeit von Umfahrungen: Eine übergeordnete Veloumleitung sei wegen unterschiedlicher Fahrtrichtungen und Zielorte nicht sinnvoll gewesen.
Die Stadt bittet nun um “angepasste Fahrweise” bei RadfahrerInnen, besonders auf schmalen Wegen und in Begegnungszonen mit Fussgängerinnen. Verständnis für die Bauprojekte wird erbeten, da diese der Allgemeinheit zugutekommen sollen.
Die Velofahrenden müssen noch einige Wochen durchhalten: Die Umgestaltung der Bahnhofstrasse ist für Ende Mai 2026 geplant, wobei das Einbringen des Deckbelags eine komplette Sperrung erforderlich macht. In der Winkelriedstrasse sollen die Arbeiten bis Juli 2026 von EWL abgeschlossen sein. Danach dürfte sich die Situation auf Luzerns Velorouten in der Innenstadt wieder entspannen.