Die deutsche Wirtschaft kämpft weiterhin mit Schwierigkeiten, auch wenn sich die Lage nach zwei Jahren Rezession leicht verbessert hat. Unternehmen beklagen hohe Kosten und Bürokratie, weshalb einige ihre Produktion ins Ausland verlagern. Märklin, der traditionsreiche Modellbahnhersteller, bleibt jedoch in Deutschland verwurzelt und hat sogar Teile seiner Produktion zurückgeholt.
Geschäftsführer Wolfrad Bächle betont: «Es kann nicht Aufgabe sein, alle Prozesse ins Ausland zu verlagern. Mein Ziel ist es auch, Arbeitsplätze für zukünftige Generationen zu sichern.» Etwa 70 Prozent der Produkte und Komponenten werden in Göppingen und Györ selbst produziert, während der Rest aus Asien importiert wird.
Ein Besuch in der Fabrik offenbart, dass trotz Automatisierung viel Handarbeit nötig ist: Lokomotiven bestehen aus mehreren hundert Teilen, die montiert, galvanisiert, lackiert und verkabelt werden müssen. Diese Handarbeit ist kostenintensiv, doch Märklin setzt auf Prozessoptimierungen.
Die Mitarbeiter haben sich darauf geeinigt, 40 statt der üblichen 35 Stunden zu arbeiten, wofür sie eine sechsjährige Beschäftigungsgarantie erhalten – bei gleichem Lohn. Bächle sieht darin ein funktionierendes Modell: «Mit intelligenten Lösungen und einem entsprechenden Vertrag kann man auch an einem teuren Standort erfolgreich sein.»
Bächle fordert politische Reformen, weniger Bürokratie, niedrigere Steuern sowie günstigere Energiekosten. Trotz seiner Unterstützung für die CDU bei der letzten Bundestagswahl zeigt er sich enttäuscht über den Regierungshandlungsbedarf: «Wir müssen schneller vorankommen.»
Die wirtschaftliche Lage bleibt angespannt, beeinträchtigt durch Handelskonflikte und schwache Nachfrage. Märklin versucht optimistisch zu bleiben, da die Fangemeinde weiterhin besteht.
Gernot Imgart, Geschäftsführer der Bezirkskammer Göppingen, beschreibt die Wirtschaftslage in der Region als angespannt. Große Unternehmen ziehen Fachkräfte an, während mittelständische Betriebe auf soziale Orientierung setzen müssen.
Um wirtschaftlich voranzukommen, fordert Imgart schnelle Entlastungen und eine wirtschaftsfreundlichere Verwaltung. Die Bilanz der Bundesregierung unter Friedrich Merz fällt aus seiner Sicht verhalten aus; es fehlen sichtbare Änderungen.