Nachdem Kristi Noem ihr Amt als Ministerin für Innere Sicherheit niedergelegt hat, wird der frühere MMA-Kämpfer Markwayne Mullin ihre Nachfolge antreten. Mullin vertrat fast ein Jahrzehnt lang das Repräsentantenhaus und wechselte 2023 in den Senat.
Es bleibt unklar, warum Trump sich für Mullin entschieden hat, doch seine Loyalität zum Präsidenten und sein eindrucksvolles Kämpfer-Image könnten ausschlaggebend gewesen sein. Mullin unterstützte die von Trump behauptete Wahlmanipulation im Jahr 2020 und vertritt eine strikte Haltung in Bezug auf innere Sicherheit und Migration, was ihn zum perfekten Repräsentanten der Maga-Ideologie macht: ein harter Kämpfer mit einer beeindruckenden Präsenz. In einer Kongressanhörung forderte er sogar den Gewerkschafts-Chef Sean O’Brien zu einem Kampf heraus.
Christian Glässel, Politikwissenschaftler am Centre for International Security, sieht in dieser Ernennung ernsthafte Risiken. Besonders die Grenzschutzbehörde ICE könnte leiden, da Mullin dort die Führung übernimmt. In der Vergangenheit wurde eine zunehmende Deprofessionalisierung beobachtet, etwa durch verkürzte Ausbildungen. Glässel erklärt, dass Trump willige Vollstrecker braucht, nicht unbedingt Fachwissen. Wenn nun auch die Führungsperson keine entsprechende Erfahrung mitbringt, könnte dies langfristig negative Auswirkungen auf die Institution haben: “Es könnten Jahrzehnte dauern, bis die Standards wiederhergestellt sind.
Trotz dieser Bedenken zeigt sich, dass bei Trump Loyalität und Image häufig wichtiger als Fachwissen sind. Dies spiegelt seinen grundlegenden politischen Stil wider, wie auch der Fall von Pete Hegseth zeigt, der ohne politische Erfahrung Verteidigungsminister wurde. “Trump ist geprägt von einer Herangehensweise wie bei einer Realityshow”, sagt Glässel. Seine Bauten heißen Trump Tower und seine Kryptowährung Trump Coin. Staatliche Institutionen sollten für Neutralität stehen, doch die Marke des Präsidenten bewirkt das Gegenteil: Sie werden unberechenbar.
Diese Verschmelzung von Politik und Unterhaltung wird weiterhin deutlich, etwa beim geplanten Kampf der Ultimate Fighting Championship auf dem Gelände des Weißen Hauses am 14. Juni, Trumps 80. Geburtstag und gleichzeitigem Flag Day. Glässel beschreibt dies als “ein Match made in Heaven” für die Ästhetik und den Termin: Es inszeniere eine rohe Maskulinität, die von Trump und seinen Anhängern geschätzt wird. Solche Unterhaltungsprinzipien dienen auch dazu, politische Misserfolge zu kaschieren: “Wo wenig Inhalt ist, muss es besonders glänzen.”