Der renommierte Schweizer Autor Martin Suter, der mit 78 Jahren weiterhin aktiv ist, veröffentlichte kürzlich einen neuen Band seiner bekannten «Business Class»-Kolumnen. Zusätzlich arbeitet er an einer Oper zusammen mit Stefan Eicher und legt großen Wert darauf, jeden Morgen eine Krawatte zu tragen, bevor er sich ans Schreiben macht.
Geboren 1948 in Zürich, wuchs Suter in verschiedenen Schweizer Städten auf. Nach seiner Schulbildung absolvierte er eine Ausbildung zum Werbetexter und wurde mit 26 Jahren Creative Director einer Basler Agentur. Parallel dazu verfasste er Drehbücher und Reportagen für verschiedene Medien. Seine schriftstellerische Karriere begann im Jahr 1991, wobei er durch seine Kolumnen wie «Business Class» und «Richtig leben mit Geri Weibel» sowie den Roman «Small World» Bekanntheit erlangte.
In einem Gespräch mit SRF äußerte sich Suter zu seinem ständigen Anzugtragen. Er gab an, dass es ihm zwar gefalle, als Banker oder Anwalt gehalten zu werden, dies ihn jedoch nicht störe. Als Kind trug er gerne Krawatten und findet es wichtig, zwischen Tag- und Nachtarbeit zu unterscheiden.
Suter betont, dass seine satirischen «Business Class»-Kolumnen, die inzwischen zwölf Bände umfassen, das ichbezogene Verhalten von Wirtschaftsführern aufgreifen. Er sieht Satire als wertvoll an, solange sie nicht herablassend wirkt. Obwohl er seine Figuren mit einem kleinen Teil seines Herzens mag, versucht er, gegenüber den Opferfiguren seiner Satiren nicht überheblich zu sein.
Mit seinem zwölften Band «Können Sie mich sehen? Die Business Class im Homeoffice» setzt Suter die Tradition seiner kurzen satirischen Geschichten fort. Diese Texte beleuchten das karrierefixierte und oft lächerliche Verhalten von Topmanagern, nun unter den Bedingungen der Corona-Pandemie und des Homeoffices.
Zusätzlich zu seinen Büchern schreibt Suter auch Songtexte für Stefan Eicher. Diese Zusammenarbeit bedeutet ihm viel. Zurzeit arbeiten beide an einer Oper. Für Suter ist es entscheidend, dass seine Literatur frei von der eigenen Biografie bleibt und sich nicht als Therapie versteht.
Der Autor äußerte den Wunsch, noch lange weiterzuschreiben. Das Gespräch führte Felix Münger auf Radio SRF 2 Kultur.