Die Migros hat eine Ausrichtung auf ihre eigenen Supermärkte initiiert, während Chocolat Frey weiterhin deutsche Discounter beliefert. In Deutschland sind die schweizerischen Schokoriegel deutlich günstiger als in der Schweiz selbst.
Ein Toblerone-Liebhaber äußerte sich auf einer Internetplattform entsetzt über eine scheinbare Identitätspiraterie bei Aldi Deutschland. Der Riegel «Aldi-Gipfel», mit Schweizerkreuz und vermeintlicher Schweizer Premium-Nachahmung, wurde als «Gipfel der Abscheulichkeit» bezeichnet.
Recherchen der «NZZ am Sonntag» enthüllten jedoch, dass die beanstandete Imitation aus dem Aargau stammt: Die Produktion erfolgt in Chocolat Freys Fabrik, einem Teil von Delica, einer Migros-Industrietochter. Auf der Verpackung findet sich SCG Swiss Consumer Goods GmbH – eine hundertprozentige Migros-Tochter.
Der «Aldi-Gipfel» ähnelt dem Migros-Eigenprodukt «Mahony». Beide verzichten auf die typische Bergspitze von Toblerone und unterscheiden sich leicht in der Zusammensetzung. Die schweizerische Variante enthält mehr Honig, Mandeln und Kakao.
Es überrascht, dass Migros für Aldi produziert, da CEO Mario Irminger die Industrieaktivitäten des Detailhändlers neu ausrichtete, um sich auf eigene Kanäle zu konzentrieren. Dennoch verkauft Aldi Süd den «Aldi-Gipfel» in Jestetten für 1.20 Franken (umgerechnet), während Migros im benachbarten Neuhausen am Rheinfall denselben Riegel als «Mahony» für fast doppelt so viel anbietet.
Die Migros bestätigt nicht offiziell, dass der «Aldi-Gipfel» von Chocolat Frey stammt. Die Medienstelle erklärt, dass Delica in Einzelfällen Produkte für andere Händler herstellt und betont, dass die Preisgestaltung auf den Schweizer Markt ausgerichtet sei.
Die höheren Kosten im schweizerischen Detailhandel, insbesondere bei Löhnen und Mietkosten, machen einen Vergleich mit deutschen Preisen schwierig. Aldi Süd bietet niedrigere Gehälter an als Migros. Es bleibt unklar, wie sich diese Faktoren auf den Preis eines Schokoriegels auswirken.
Wie die Auslandstätigkeit von Delica nach der Neuausrichtung verlaufen ist, lässt sich nicht genau sagen. Coop nutzt ebenfalls das Schweizer Qualitätsimage, und ihre Fabrik in Pratteln erzielt hohe Umsätze mit einem großen Anteil an Exporten.
Der Fall Original-Toblerone zeigt die Bedeutung des Labels «Swiss made». Nachdem Teile der Produktion ins Ausland verlagert wurden, wurde das Schweizerkreuz entfernt. Kürzlich kündigte Mondelez jedoch an, den Großteil der Toblerone-Produktion zurück nach Bern zu verlegen und damit wieder das Schweizerkreuz auf die Verpackung zu drucken.