Ein Bericht der Eidgenössischen Finanzkontrolle (EFK) zeigt auf, dass Munition im ehemaligen Lager Mitholz tiefer im Boden liegt als erwartet. Die Politik plant weitere Diskussionen über die Kosten einer möglichen Räumung.
Die EFK hat sich mit der Situation des ehemaligen Munitionsdepots im Kandertal auseinandergesetzt und untersucht, ob Landwirtschaftsflächen nach der Räumung wie gewohnt genutzt werden können. Der Bericht weckt Zweifel an dieser Möglichkeit, da neue Nutzungseinschränkungen möglich sind: So könnten bestimmte Flächen nur noch als Weiden dienen.
Technisch lässt sich Munition bis zu einer Tiefe von etwa 30 Zentimetern orten und bergen. Tiefere Reste sollen im Boden verbleiben, da die Kosten für eine vollständige Entfernung enorm wären. Hierzu müssten Böden teilweise mehrere Meter abgetragen und gereinigt werden. Die EFK empfiehlt daher, nur dort zu räumen, wo dauerhafte Bauvorhaben geplant sind.
Die Finanzkontrolleure warnen vor Unverständnis, sollte es nach einer Sanierung im Umfang von 2,59 Milliarden Franken dennoch zu Einschränkungen kommen. Das Munitionslager Mitholz ist ein Relikt aus dem Zweiten Weltkrieg. Nach mehreren Explosionen 1947 wurde die Anlage umgebaut und weiter genutzt.
Eine neue Risikobeurteilung des Verteidigungsdepartements (VBS) im Jahr 2017 ergab, dass Munitionsrückstände gefährlicher sein könnten als angenommen. Bis zu 3500 Tonnen Munition sowie hunderte Tonnen Sprengstoff sollen verblieben sein. Die Entscheidung zur Räumung führt dazu, dass einige Dorfbewohner vorübergehend umziehen müssen. Schutzmassnahmen für Bahn und Strasse sind bis zum Start der Räumung 2033 geplant.
Das Parlament genehmigte eine “umfassende Räumung” für maximal 2,59 Milliarden Franken. Trotz Versprechen von Viola Amherd im Jahr 2022 zur vollständigen Beseitigung der Munitionsreste zeigt ein jüngster EFK-Bericht, dass dies möglicherweise nicht umsetzbar ist.
Die hohen Kosten führen zu politischen Debatten. Die Finanzkommission des Ständerats fordert die ETH auf, kostengünstigere Räumungsvarianten zu prüfen. Ein Abschlussbericht von ehemaligen Munitionsspezialisten der Armee hat die Diskussion neu entfacht: Sie betonen ein Umweltproblem ohne Explosionsrisiko.
Die ETH soll nun drei Optionen untersuchen: Verkapselung, Räumung ohne Fluhabtrag und eigene Optimierungsvorschläge. Die SVP-Fraktion fordert eine kostengünstigere Sanierungsvariante oder gar die Einstellung des Projekts, um das VBS auf seine Kernaufgaben zu konzentrieren.
In der Sommersession wird ein Vorstoss behandelt. Ob bis dahin Ergebnisse vorliegen, ist ungewiss.