Wochenlange Misshandlung durch Milizen konnten Ali Adam, den ehemaligen Spitzenringer des Landes, nicht brechen. Nun tritt er wieder im Ring an und versprüht damit Hoffnung unter den Menschen in Bahri, Sudan.
Die Miliz der RSF befragte ihn stets nach dem Verbleib von Truppen und Spionen, doch seine Antworten blieben stets gleich: Er sei ein Ringer ohne militärische Verbindungen. Athleten dieser Sportart, oft den Volksgruppen der Nuba-Berge zugehörig, werden häufig als Soldaten rekrutiert und somit von Gegnern gefoltert.
Ali Adam, 28, erlebte schreckliche Wochen voller Schläge, Messerstiche und Hunger. Tagelang wurden ihm dieselben Fragen gestellt, während er schwere Verluste an Freunden erlitt, die neben ihm starben. Nach drei Jahren Krieg hat sich der Konflikt zur größten humanitären Katastrophe weltweit ausgeweitet; über 25 Millionen Menschen sind auf Hilfe angewiesen.
Trotzdem empfindet Adam in Bahri eine gewisse Normalität zurück: In seinem sauberen Zimmer mit Medaillenregal und nach seiner Haftphase beginnt er wieder zu trainieren. Das Ringen, das ethnische Gräben überbrücken konnte, findet langsam seine Rückkehr.
Am Abend eines Tages tritt Adam in einem Feldring an, umgeben von Hunderten Zuschauern. Sein Trainer Ahadii, der ebenfalls Folter erlebte, erzählt begeistert von den Ringkämpfen seiner Jugend und deren Bedeutung für die Region.
In einer ersten Begegnung mit seinem Gegner demonstriert Adam seine beherrschten Fähigkeiten. Nach einem hart erkämpften Sieg feiert die Menge ihn, während er sich auf sein Motorrad schwingt – ein Symbol dafür, dass er dem Überlebenskampf weiterhin trotzt.
Ali Adam hat den RSF entkommen können und ist fest entschlossen, das Ringen wieder zu einem verbindenden Element im Sudan zu machen.