In einer Serie von Razzien wurden in den vergangenen Monaten neun mutmaßliche Täter, die für Geldautomaten-Sprengungen verantwortlich sind, in den Niederlanden festgenommen. Diese Gruppe soll auch hinter mehreren Sprengvorfallen in der Schweiz stehen.
Wie aus einer gemeinsamen Erklärung des Bundesamtes für Polizei (Fedpol) und der Bundesanwaltschaft vom Freitag hervorgeht, nutzen Kriminelle seit 2023 vermehrt Sprengstoff, um Geldautomaten zu attackieren. Die Ermittlungen legen nahe, dass niederländische Banden für zahlreiche dieser Anschläge verantwortlich sein könnten.
Die Tätergruppen zielen hauptsächlich in Deutschland und Österreich, aber auch in der Schweiz. Zwischen dem 14. und dem 22. April nahm die niederländische Polizei sieben Mitglieder einer solchen Gruppierung fest. An dieser koordinierten Operation waren neben den Schweizer Behörden auch deutsche und französische Polizeibehörden beteiligt.
Zwei weitere Verdächtige aus derselben Bande wurden im Dezember 2025 nach einem Geldautomaten-Anschlag in Gland VD festgenommen. Ihnen werden ungefähr zehn Bancomat-Sprengungen in der Schweiz zur Last gelegt. Bemerkenswerte Fälle sind die Angriffe vom 20. Mai 2024 in Alle JU und Pruntrut JU, vom 21. Juli 2025 in Couvet NE sowie am 3. Dezember in Gland VD. Die Strafverfahren führt die Bundesanwaltschaft.
Die Erklärung betont die Bedeutung grenzüberschreitender Operationen und der Zusammenarbeit mit nicht-polizeilichen Akteuren zur effektiven Bekämpfung solcher Sprengungen. Laut Communiqué wurden im Jahr 2025 in der Schweiz 24 Bancomat-Angriffe verzeichnet, die Hälfte dessen, was es 2024 war, und so wenige wie seit 2019 nicht mehr.
Im Jahr 2025 waren immerhin rund ein Drittel der Angriffe für die Kriminellen erfolgreich. Dies führen die Behörden auf verstärkte Sicherheitsvorkehrungen von Banken und Geldautomatenbetreibern zurück.