Die Internationale Energieagentur (IEA) alarmiert über einen täglichen Ölmangel von elf Millionen Barrel, wodurch die strategischen Reserven der IEA-Länder in nur vier bis fünf Monaten erschöpft sein könnten. Die Sperrung der Straße von Hormus durch den Iran-Konflikt verschärft die Situation zusätzlich. US-Präsident Donald Trump kündigte eine Kriegspause an, doch Entspannung ist nicht in Sicht.
Die IEA empfiehlt zehn Strategien zur Verringerung des Ölverbrauchs: Homeoffice, Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel, Einführung von Roadpricing und Tempolimits sowie Reduzierung unnötiger Flugreisen. SP-Nationalrat Hasan Candan betont die Dringlichkeit, auf den IEA-Ruf zu reagieren und sich auf einen möglichen Ölmangel vorzubereiten. Er verweist darauf, dass Bürger am Ende höhere Kosten tragen würden. Candan erinnert an die Lehren aus der Erdölkrise 1973 und fordert Investitionen in erneuerbare Energien.
Grünen-Nationalrätin Marionna Schlatter unterstützt diese Ansicht und betont die Notwendigkeit, schnell in alternative Energiequellen zu investieren. Sie mahnt, dass die Bevölkerung sparsam mit Öl umgehen sollte, indem unnötige Fahrten vermieden und Heizungen heruntergeregelt werden. Der Bundesrat muss jedoch über den richtigen Zeitpunkt für offizielle Energiesparmaßnahmen entscheiden.
SVP-Nationalrat Christian Imark sieht die Schuld nicht bei der bürgerlichen Politik, sondern hält die Förderung erneuerbarer Energien für wichtig. Er betont, dass solche Energien den gesamten Bedarf der Schweiz nicht decken könnten und das Land weiterhin von Importen abhängig bleibt. Auch wenn Imark besorgt über steigende Ölpreise ist, hofft er auf die positive Wirkung der baldigen wärmeren Temperaturen auf dem Energiemarkt.
FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen zeigt sich optimistisch und vertraut auf das gesunde Menschenverstand der Bevölkerung bei der Ressourcennutzung. Der Mediensprecher des Bundesamts für wirtschaftliche Landesversorgung, Thomas Grünwald, versichert jedoch, dass aktuell keine Versorgungsengpässe in der Schweiz bestehen und die Energiesituation stabil sei. Auch wenn die Lage genau beobachtet wird, gibt es derzeit keine Notwendigkeit zu Sparmaßnahmen.