Obwohl die Anzahl der Fernsehspots ohne Geschlechterstereotypen um einen Prozentpunkt auf 87 Prozent gestiegen ist, zeigt eine Untersuchung des Vereins Protocole Gisler Defizite bei der Darstellung von Menschen mit Behinderungen und nicht-binären Personen. Dies wurde in einer Analyse von 369 Spots bekannt gegeben.
Die Studie deutet darauf hin, dass traditionelle Rollenbilder weiterhin verändert werden: In 17 Werbespots übernahmen Männer Haushalts- oder Kinderpflichten, während dies nur bei zehn Frauen der Fall war. Im Gegenzug stellten 21 Frauen als Expertinnen ihre Fachkenntnisse dar, verglichen mit nur zwei Männern. Dennoch bestehen weiterhin stereotype Darstellungen: Frauen sind selten in humorvollen Rollen zu sehen und Männer werden kaum genussorientiert gezeigt.
Ein besonders auffälliges Defizit zeigt sich bei der Repräsentation von Menschen mit Behinderungen, die lediglich in drei Spots vertreten waren. Dies ist bemerkenswert angesichts des Anteils von 22 Prozent der Schweizer Bevölkerung mit einer Behinderung.
Nicht-binäre Personen sind ebenfalls unterrepräsentiert und erscheinen nur dreimal, obwohl sie sechs Prozent der Bevölkerung ausmachen. Positiv hervorzuheben ist jedoch die verbesserte Darstellung von Menschen, die nicht als Weisse wahrgenommen werden: Ihr Anteil in den Spots erhöhte sich von 17 auf 26 Prozent und ihre Präsenz wurde vielfältiger dargestellt, statt sich nur auf humanitäre Kontexte zu beschränken.