Die Gemeinde Lausen im Kanton Basel-Landschaft hat ihr ausrangiertes Feuerwehrfahrzeug, liebevoll «Burzel» genannt, über die Plattform «Ricardo» versteigert und erzielte dafür einen Preis von 24’100 Franken. Diese Verkaufsstrategie entstand, nachdem zuvor bereits andere Gegenstände der Gemeinde online abverkauft wurden.
Die Auktion war bis zum Schluss spannend: Nur Stunden vor Ende lagen die Gebote bei 10’000 Franken, was dem Startgebot von 8’000 Franken deutlich überlegen war. Zwei Interessierte lieferten sich in den letzten Stunden einen Wettstreit um den zwölf Tonnen schweren Lastwagen, der ein spezielles Führerausweis erfordert.
Vizepräsident des Gemeinderats, Andreas Schmidt, zeigt sich wehmütig über den Verkauf: «Burzel war vielen Feuerwehrleuten ans Herz gewachsen. Diese Pionierfahrzeuge sind die vielseitigen Werkzeugkisten der Feuerwehr, für alle Einsätze einsetzbar.» Neuere Modelle seien oft unpersönlicher, so Schmidt.
Pionierfahrzeuge bieten viel Stauraum und transportieren technische Hilfsmittel wie Motorsägen, Absperrmaterial oder Löschmittel; spezialisierte Varianten verfügen über Tanks zur Bindung ausgelaufenem Öls. Oft werden sie wegen ihres großen Stauraums und leistungsstarker Motoren zu Wohnmobilen umgebaut.
Obwohl «Burzel» für ein neues Fahrzeug Platz machen muss, profitiert die Gemeinde Lausen nicht direkt von den Verkaufserlösen, wie Schmidt erklärt. Stattdessen werden diese von der Subvention des neuen Feuerwehrautos abgezogen, unterstützt durch die Basellandschaftliche Gebäudeversicherung.
Feuerwehrfahrzeuge öffentlich zu versteigern, ist ungewöhnlich, wie Werner Stampfli, Feuerwehrinspektor des Kantons Basel-Landschaft, bemerkt. In der Regel kaufen Herstellerfirmen diese zurück und vermitteln sie ins Ausland. Auch existieren feuerwehrinterne Onlineplattformen für den Weiterverkauf.
Fahrzeuge werden oft nicht ausgemustert wegen mangelnder Ersatzteile oder unzureichender Umweltstandards, so Stampfli. Interessierte finden online eine Vielfalt an Fahrzeugmodellen von Lieferwagen bis hin zu Pick-up-Trucks und sind sich der Pflegeaufwendungen bewusst.
«Burzel» sollte also in guten Händen sein, wie Andreas Schmidt hofft.