Der Skandal um Patrick Fischer, den Trainer der Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft, zieht weitere Kreise. Es wird vermutet, dass er auch die Internationale Eishockey-Föderation (IIHF) betrogen haben könnte, was eine Untersuchung durch den Weltverband nach sich zog.
Details des Falls kamen ans Licht, als bekannt wurde, dass Fischer ein gefälschtes Covid-Zertifikat über einen Messenger-Dienst erwarb und dafür Bitcoin im Wert von 400 Franken zahlte. Die Verurteilung dazu erfolgte im Jahr 2023 nach einer Recherche durch das Schweizer Fernsehen.
Fischers Strafe bestand aus einer unbedingten Geldbuße von 38’910 Franken, die auf 80 Tagessätze verteilt wurde. Im Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Luzern wird erwähnt, dass er bereits im März 2020 zu einer bedingten Geldstrafe verurteilt worden war, welche nun wegen weiterer Vergehen widerrufen wurde.
Fischer beteuerte in einem Statement des Schweizer Eishockeyverbandes, sich ansonsten immer gesetzeskonform verhalten und seiner Vorbildrolle stets bewusst gewesen zu sein. Bekannt ist jedoch, dass er während seiner Amtszeit einige Geschwindigkeitsübertretungen begangen hat.
Die Phantom-Impfungen Fischers datieren auf den 27. Oktober und 22. November 2021, was insbesondere wegen der Olympischen Winterspiele in Peking 2022 von Bedeutung ist. Dort gestand Fischer die Urkundenfälschung ein.
Während seiner Amtszeit nahm Fischer an verschiedenen internationalen Turnieren teil, darunter Weltmeisterschaften mit strikten Covid-19-Regelungen. Bei der WM 2021 in Riga gab es strenge Testverfahren, während die Impfpflicht bei der WM 2022 in Helsinki nur für Personen galt, die nicht kürzlich genesen waren oder eine offizielle Ausnahmegenehmigung besaßen.
Es bleibt unklar, ob Fischer von einer solchen Ausnahme profitierte. Seine aktuelle Stellungnahme enthält keine neuen Informationen; Swiss Ice Hockey verweist nur auf ihre bisherige Erklärung und will keine weiteren Kommentare abgeben.
Fischer steht unter enormem Druck, insbesondere da die Weltmeisterschaften im Mai in der Schweiz anstehen. Auch die Positionierung der Verbands-Sponsoren bleibt ungewiss. Die Fluggesellschaft Swiss, ein wichtiger Sponsor, hatte 2021 eine Impfpflicht eingeführt und Mitarbeiter entlassen, die sich nicht daran hielten.
Die IIHF hat bekannt gegeben, dass sie den Fall prüft, um die Integrität und Sicherheit bei Eishockeyevents zu gewährleisten. Es ist möglich, dass Fischer von dieser Untersuchung Disziplinarmaßnahmen drohen könnten. Aktuell bereitet sich sein Team auf die kommenden Weltmeisterschaften vor.