Die Schweizer Private-Equity-Firma Partners Group gerät wegen Missbrauchsskandalen bei der von ihr kontrollierten amerikanischen Kita-Kette Kinder-Care ins Visier. Seit dem Börsengang im Herbst 2024 verloren die Aktien mehr als 90 Prozent ihres Wertes, was das Investment belastet.
Demokratischer Senator Jeff Merkley aus Oregon fordert eine Untersuchung von Kinder-Care und Learning Care Group. Er kritisiert, dass Profit über Kindeswohl gestellt werde und Private-Equity-Firmen wichtige Versorgungsbranchen wie die Kinderbetreuung kommerzialisieren.
Mit staatlichen Subventionen in Höhe von über 850 Millionen Dollar im Jahr 2024 bleibt Kinder-Care trotz steigender Umsätze finanziell angeschlagen. Die Belegungsraten stagnieren, und die Firma ist mit einer Verschuldung von 1,5 Milliarden bei einem Umsatz von rund 2,7 Milliarden Dollar konfrontiert.
Vor dem Börsengang wurden Dividenden in Höhe von über 300 Millionen Dollar an Partners Group gezahlt. Doch der Bekanntheit von Missbrauchsfällen – darunter Kindesmisshandlung und Vernachlässigung – folgte politischer Gegenwind.
Politische Initiativen zielen darauf ab, Private-Equity-Firmen von der Akquisition bestimmter Immobilien und Versorgungseinrichtungen fernzuhalten. Partners Group betont ihre Kooperation mit Behörden und hebt positive Veränderungen in der Branche hervor: 85 Prozent ihrer Zentren sind akkreditiert.
Eine Sammelklage wirft den Beteiligten vor, Anleger über Missbrauchsfälle getäuscht zu haben. Partners Group wird eine Verantwortung für die Informationsweitergabe zugeschrieben. Analysten sehen in der schlechten Performance ein finanzielles Risiko, das jedoch im Rahmen von tausenden Investments der Firma bleibt.
Partners Group plant einen Ausstieg aus der Beteiligung, deren Umsetzung noch offen ist. Die Erfahrung zeigt: Der Betrieb von Kinderbetreuungseinrichtungen birgt für Investoren erhebliche Herausforderungen.