Nierenkoliken sind schmerzhaft und nach einer Erfahrung mit diesem Leiden möchte man alles vermeiden, was eine Rückkehr begünstigt. Ein einfacher Trick kann jedoch bereits viel bewirken: stets genügend Wasser trinken. Dies ist der Fokus der Kolumne «Hauptsache, gesund».
Eine ehemalige Notärztin, die mich an einem unvergesslichen Abend untersuchte, mahnte mich mit klaren Worten: «Jetzt heisst es, junger Mann: nicht trinken – saufen!». Ihre direkte Art war in diesem Moment weniger störend als hilfreich. Nach den schrecklichen Schmerzen, die ich auf einer Bahnfahrt zu meinen Eltern erlitt, verstand ich sofort, dass ein Nierenstein der Übeltäter war.
Diese Steine entstehen meist aus Calciumoxalat und anderen Harnbestandteilen. Sie sind anfangs unschädlich, bis sie den engen Harnleiter blockieren und schmerzvolle Koliken verursachen. Die Ursache meiner Erkrankung war klar: Langzeitlesephasen mit unzureichender Flüssigkeitsaufnahme und eine proteinreiche Ernährung hatten mich anfällig gemacht.
Glücklicherweise führte die vom Notärztin verschriebene Wasserkur zur schnellen Linderung. Seitdem hat sich viel Wassertrinken zu einer wichtigen Präventivmaßnahme in meinem Leben entwickelt – und ich hatte seitdem nie wieder mit Nierenkoliken zu kämpfen.
Überraschenderweise legt eine Studie aus «The Lancet» nahe, dass allein die Flüssigkeitsaufnahme nicht immer ausreicht. Bei Teilnehmern eines Präventionsprogramms traten weiterhin häufig Nierensteine auf, was vor allem an der mangelnden Einhaltung der empfohlenen Wassermenge lag.
Eine weitere Studie in den «Annals of Internal Medicine» zeigt jedoch, dass eine Kombination aus erhöhter Flüssigkeitszufuhr und einer salz- sowie eiweissarmen Ernährung am effektivsten ist. Trotzdem gibt es keine absolute Garantie gegen Nierensteine, da auch genetische Faktoren oder Bakterien eine Rolle spielen können.
Ich werde dennoch die Ratschläge meiner damaligen Ärztin befolgen und meine Nieren durch ausreichende Flüssigkeitszufuhr schützen. So hoffe ich, steinfrei zu bleiben.
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