Valeria Wieser berichtet, dass der Kanton Zug erstmals ganze Wildschwein-Rotten gesichtet hat. Dies ist für Behörden und Landwirte besonders problematisch. Der Jahresbericht 2025 des Regierungsrats erwähnt das Auftreten von Schwarzwild im vergangenen Jahr. Beda Schlumpf, Abteilungsleiter Jagd und Fischerei beim Kanton Zug, bestätigte gegenüber zentralplus, dass dies eine Premiere darstellt. Frühere Sichtungen waren auf Einzeltiere in den 1970er Jahren beschränkt.
In welchen Gebieten des Kantons waren die Rotten aktiv? Schlumpf erklärte, eine Rotte sei wahrscheinlich von Maschwanden über Ennetsee bis Luzern oder Schwyz gezogen. Eine weitere Gruppe wurde im Notikon bei Baar beobachtet und stammte mutmaßlich aus dem Kanton Zürich. Beide Gruppen verursachten Schäden: In Ennetsee wurden etwa 470 Franken auf rund 16 Aren, in Baar 500 Franken an Kosten durch die notwendige Nachbesserung der landwirtschaftlichen Flächen entrichtet.
Wildschweine suchen Nahrung im Boden und zerstören dabei Grünflächen. Obwohl sie tendenziell standorttreu sind, ziehen sie um, wenn ihr Lebensraum überfüllt ist oder die Nahrung knapp wird. Die Autobahn bildet zwar eine Barriere für die Querung von Norden nach Süden, doch es gibt Wildtierkorridore unter der Autobahn, wie etwa bei Notikon.
Wildschweine sind jagdbar, wobei zwischen dem 1. März und 30. Juni Schonzeit herrscht. Das Nachtjagdverbot bleibt jedoch bestehen, um zu verhindern, dass die Tiere in landwirtschaftliche Kulturen wechseln.
Im letzten Jahr wurden Versuche unternommen, die Wildschweine in Ennetsee und Notikon zu erlegen, was jedoch misslang. Die letzte erfolgreiche Jagd auf ein solches Tier im Kanton Zug fand 1987 statt. Das Ziel des Amtes für Wald und Wild ist es nicht, den Kanton wildschweinfrei zu halten, obwohl die Ausbreitung Herausforderungen mit sich bringt.
Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist in der Schweiz bisher kein Thema. Die Veterinärämter haben jedoch Pläne für den Umgang mit einem möglichen Ausbruch entwickelt, um Nutztiere zu schützen.