Die Rotseefähre, die seit etwa einem Jahr nicht mehr in Betrieb war, hat nun einen neuen Sponsor gefunden. Dieser wird ihr helfen, wieder auf dem Wasser des Rotsees zu fahren. Der Quartierverein Maihof hatte den Fährbetrieb im Frühjahr 2025 eingestellt. Nun übernimmt Modeschöpferin Suzanna Vock die Verantwortung für die Wiederherstellung des Betriebs und konnte als Unterstützung die Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees (SGV) gewinnen, die einen finanziellen Beitrag im höheren fünfstelligen Bereich bereitstellt.
Stefan Schulthess, Geschäftsführer der SGV, und Werner Lüönd, Marketingleiter, äußerten sich in einer Mitteilung: «Mit diesem Engagement trägt die SGV zum Erhalt eines lebendigen Luzerner Kulturguts bei und stärkt die Verbindung zu einer traditionsreichen Institution am Rotsee.» Vock lobt den Beitrag der SGV als wichtigen Grundstein, gibt aber an, dass eine langfristige Finanzierung des Projekts noch nicht gesichert sei.
Die Fähre war seit Ende 2024, als Otmar Baumann und Bernadette Burger sie verließen, im Trockenen gelegen. Das Paar hatte jährlich etwa 10’000 Passagiere befördert. Im März 2025 übernahm ein neues Team den Betrieb, doch der Quartierverein Maihof zog aus finanziellen Gründen die Reißleine.
Die Wohnung im «Fährihaus», die als Aufenthaltsort für das Fährpersonal diente, wurde von der Stadt Luzern schließlich an Suzanna Vock vermietet. Die Initiatorin des «Gwand Festivals» plant, die Fähre bis Frühling 2026 wieder in Betrieb zu nehmen.
Vock kündigte gegenüber «Tele 1» an, den Betrieb zunächst mit wenigen Stunden an Wochenenden starten zu wollen und sucht noch nach Personen mit Schiffsprüfung für die Leitung. Sie plant zudem einen festen 15-Minuten-Takt ohne Klingeln beim «Fährihaus».
Die Bewohner des Maihofquartiers sind unzufrieden, da sie eine öffentliche Lösung fordern und ein Gesamtkonzept für den Rotsee sowie eine nachhaltige Zukunft der Fähre vermissen. Sie richten einen Bevölkerungsantrag an die Stadt, um Bericht zu erstatten und Vorschläge auszuarbeiten.
Für viele ist die Fähre mehr als nur ein Verkehrsmittel; sie hat seit über 600 Jahren zur Geschichte des Ortes beigetragen. Ursprünglich gehörte der Rotsee dem Zisterzienserinnenkloster Rathausen, das 1406 erstmals eine Fähre erwähnte, um Besuchern und Vieh den Seetransport zu ermöglichen.