In Markus Schleinzers Film “Rose” spielt die deutsche Schauspielerin Sandra Hüller eine Frau des 17. Jahrhunderts, die sich als Mann ausgibt, um der Zwangsehe zu entgehen. Die Geschichte wird in einer kunstvollen Sprache erzählt und zeigt, wie Rose das Dorf täuscht und heiratet. “Rose” ist eine humorvolle und zugleich tragische Erzählung über eine Frau, die sich im damaligen Patriarchat behauptet.
NZZ AM SONNTAG fragt Sandra Hüller: Wie war es, einen Mann zu spielen? Sie antwortet, dass es darum ging, weibliche Verhaltensweisen zu vermeiden und stattdessen eine schlanke Darstellung von Autorität und Macht zu zeigen. Rose ist zwar fiktiv, basiert jedoch auf historischen Frauen, die als Männer lebten.
Hüller betont, dass es wichtig war, Roses Identität nicht um sexuelle Orientierung oder Transgender-Themen zu erweitern; sie wollte lediglich das einfacher erscheinende Leben eines Mannes führen. Im Spiel bedeutete dies, physische Autorität darzustellen.
Derzeit wird viel über Männlichkeit diskutiert, und Hüller sieht die harten Maskulinitätsbilder der Manosphere als Ausdruck von Hilflosigkeit in einer komplexen Welt. Sie vergleicht Roses Täuschung mit der Selbsttäuschung dieser Männer.
Hüller ist auch im Science-Fiction-Film “Project Hail Mary” neben Ryan Gosling zu sehen, wo sie eine mächtige Wissenschafterin spielt. Obwohl Stratt keine große Anstrengungen unternehmen muss, um Anerkennung zu erhalten, zeigt eine Karaoke-Sequenz ihre menschliche Seite.
Ihre Darstellung in “Toni Erdmann” machte sie bekannt; für “Project Hail Mary” wurde die Gesangseinlage spontan entschieden. Hollywood entdeckt zunehmend europäische Talente, obwohl kreative Unabhängigkeit bei einigen Produktionen gefährdet scheint.
Der Film “Rose.A”, 95 Minuten lang, ist ab dem 7. Mai im Kino zu sehen.