Das einst prachtvolle Zeughausareal im Zürcher Kreis 4, bekannt durch den Waffensaal als repräsentativen Raum der Armee seit den 1870er-Jahren, erfordert nun eine deutlich teurer gewordene Sanierung. Inspiriert von barocken Schlossanlagen, beherbergt das Areal heute Gebäude in schlechtem Zustand: Putz bröckelt, Bodenplatten fehlen und nur Tageslicht durchflutet den Waffensaal.
Seit 25 Jahren steht die Sanierung an; der Kanton ist Eigentümer, während die Stadt Zürich das Baurecht besitzt und seit zehn Jahren an einer Zukunftslösung arbeitet. Am Dienstag informierten Hochbauvorsteher André Odermatt (SP) und Finanzvorsteher Daniel Leupi (Grüne) über den Stand des Projekts.
Ursprünglich als einfache Sanierung geplant, offenbarten detailliertere Untersuchungen die Notwendigkeit einer umfassenden Gesamtsanierung. „Damit das Areal ganzjährig genutzt werden kann, ist ein umfangreiches Restaurationsprojekt unerlässlich“, erklärte Odermatt. Die Kosten sind damit von ursprünglichen Schätzungen von 55 Millionen auf nun fast 200 Millionen Franken (+/- 25 Prozent) gestiegen. Der Projektkredit erhöht sich von 6,4 auf 20 Millionen Franken.
Der Kanton beteiligt sich mit maximal 30 Millionen Franken an den Kosten, begründet durch die Versäumnisse in der Unterhaltung über Jahre hinweg. Die Komplexität des Projekts resultiert aus dem Schutzstatus der Anlage sowie den Erfordernissen für Erdbebensicherheit, Brandschutz und Barrierefreiheit.
Leupi betonte einen schrittweisen Umbau, wobei Gewerbeeinheiten eine Rolle spielen werden. Neben verschiedenen kulturellen Nutzungen bleibt das Ambulatorium an der Kanonengasse erhalten; neue Räume mit Liften im Zeughausareal sind vorgesehen.
Ein Kulturzentrum soll im Mittelbau mit Waffensaal entstehen, inklusive Gastrobetrieb. Co-Kulturdirektorin Rebekka Fässler sprach von einem multifunktionalen Ort für Kunstschaffende und Veranstaltungen. Handwerkliche Kleinbetriebe, die seit drei Jahren im Areal arbeiten, stehen vor unsicherer Zukunft nach Vertragsende.
Die Planung muss dem Stadtparlament und der Bevölkerung zur Zustimmung vorgelegt werden, bevor mit den Bauarbeiten begonnen wird. Der früheste Einzugstermin nach der Sanierung ist 2034.