In der Schweiz genießt die Möglichkeit, sonntags Ruhe vor dem Online-Handel zu haben, einen hohen Stellenwert. Der Bundesrat plant nun, die Anzahl der Sonntagsöffnungen von vier auf bis zu zwölf im Jahr zu erhöhen. Dieser Vorschlag sieht vor, dass Kantone mehr Flexibilität erhalten, um ihre Angestellten an zusätzlichen Sonntagen einzusetzen, ohne eine Ausnahmebewilligung einzuholen. Die SP hat diesen Plan scharf kritisiert und ihn als «inakzeptablen Angriff auf den Schutz der Lohnabhängigen» bezeichnet. Cédric Wermuth, Co-Präsident der Partei, warnt vor einer Zunahme der Belastung für Beschäftigte im Einzelhandel sowie vor verschärften Herausforderungen bei der Vereinbarkeit von Beruf und Freizeit, insbesondere für kleinere Geschäfte. Die SP hat angekündigt, den Plan mit aller Kraft zu bekämpfen.
Dieser Standpunkt ist berechtigt. Nicht alles, was technisch machbar oder wirtschaftlich attraktiv erscheint, trägt zur Lebensqualität bei. Es ist wichtig, dass die Schweiz dem Sonntag seinen einzigartigen Charakter bewahrt. Der Alltag vieler Menschen ist bereits durch Hektik und Leistungsdruck geprägt.
Ein Tag, an dem das Einkaufen nicht zur Normalität gehört, stellt keine Belastung dar; er bietet einen Schutzraum. Diese Sonntagsruhe sollte daher bewahrt werden.