Trotz eines Ausbaus der Anlagen ist die Erzeugung von Strom aus Schweizer Wasserkraft im Jahr 2025 leicht gesunken. Hauptsächlich aufgrund von Unwetterschäden und geringeren Wasserzuflüssen sank die erwartete mittlere Produktion um 188 Gigawattstunden gegenüber dem Vorjahr, wie das Bundesamt für Energie am Montag bekannt gab. Die prognostizierte jährliche Stromproduktion belief sich auf 37’162 Gigawattstunden (GWh/a), während sie im Vorjahr noch bei 37’350 GWh/a lag. Derzeit befinden sich zwölf Anlagen im Umbau und sechs im Bau.
Das Bundesamt für Energie führt den Rückgang vor allem auf niedrige Wasserzuflüsse und Aktualisierungen der Daten zurück. Zudem sind zwei Kraftwerke im Wallis nach einem schweren Unwetter im Vorjahr 2024 immer noch außer Betrieb. Der Ausfall des Kraftwerks in Susten-Chippis allein reduzierte die Produktionserwartung um 215 Gigawattstunden.
Dennoch blieb der Kanton Wallis mit einer erwarteten jährlichen Stromproduktion von 10’469 GWh/a führend, gefolgt von Graubünden (7919 GWh/a), dem Tessin (3485 GWh/a) und Bern (3424 GWh/a).
Die Anzahl der Kraftwerke mit einer Leistung von mehr als 300 Kilowatt stieg von 703 auf 706, was zu einem Produktionszuwachs von etwa 50 GWh/a führte. Die größten Beiträge kamen durch die Inbetriebnahme des Laufkraftwerks Sousbach im bernischen Lauterbrunnen und den Wiederaufbau der Anlage in Bondo GR, die nach einem Bergsturz 2017 wieder funktionsfähig ist.
Das aktuelle Energiegesetz verlangt, dass die durchschnittliche jährliche Wasserkraftproduktion bis 2035 auf 37’900 Gigawattstunden steigen muss. Für das Monitoring wird jedoch der Verbrauch der Zubringerpumpen von der Energieproduktion abgezogen und die Produktion kleinerer Wasserkraftwerke addiert. Nach dieser Methode betrug die durchschnittliche Produktion im Jahr 2025 36’724 Gigawattstunden.
Im vergangenen Jahr wurden etwa 58,5 Prozent des inländischen Stroms mit Wasserkraft erzeugt.