Zwei neue Ziele, Posen und Rijeka, sind im aktuellen Jahr in den Flugplan von Swiss ab Zürich aufgenommen worden. Dennoch deutet die Buchungslage darauf hin, dass viele Plätze noch frei bleiben werden.
Seit Ende März fliegt Swiss nach Posen, während der Start für Rijeka im Juli geplant ist. Eine Analyse durch Nau.ch zeigt, dass die Nachfrage auf beiden neuen Routen bislang verhalten ist. Diese Einschätzung basiert auf Sitzplänen von Expertflyer, einem Vielflieger-Tool, das Echtzeitdaten aus den Reservierungssystemen der Airlines bezieht.
Diese Daten geben zwar keinen exakten Auslastungsgrad an, sondern spiegeln die aktuelle Buchungslage wider. Auf 10 Flügen zwischen Zürich und Posen im April lag die durchschnittliche sichtbare Belegung bei nur 15 Prozent (Daten vom 7. April). Zum Vergleich: auf der Strecke nach Krakau waren es zur selben Zeit etwa 28 Prozent.
Besonders auffällig war der Sitzplan am 9. April, zwei Tage vor Abflug, mit einer Auslastung von 21 Prozent nach Posen und 51 Prozent nach Krakau. Die Daten für Rijeka im Juli zeigen ebenfalls eine geringe Buchungsrate von durchschnittlich 19 Prozent auf neun Flügen, während Brindisi einen Wert von 26 Prozent erreichte.
Diese Zahlen sind jedoch nur eingeschränkt aussagekräftig, da der Buchungsvorlauf bis Juli lang ist. Meike Fuhlrott, Sprecherin von Swiss, erklärte gegenüber Nau.ch, dass die bisherige Buchungs- und Nachfrageentwicklung auf den Strecken nach Posen und Rijeka den Erwartungen entspricht. Sie betonte, dass eine neue Route typischerweise eine schrittweise Zunahme der Auslastung erlebe, während sie sich etabliert.
Swiss legt Wert darauf, nicht nur die Sitzplatzbelegung zu betrachten, sondern auch ertragsbezogene Kennzahlen wie den Umsatz pro Sitzkilometer und die Verteilung zwischen Economy- und Business-Class-Passagieren. Die Buchungspraxis sei zudem sehr dynamisch, besonders bei Kurzstrecken in Europa, wo Buchungen oft kurzfristig getätigt werden.
Die von Expertflyer bereitgestellten Zahlen sind Swiss bekannt, unterscheiden sich aber von den internen Daten der Airline. Die tatsächlichen Auslastungszahlen bleiben aus Wettbewerbsgründen geheim. Selbst wenn die realen Zahlen dreimal so hoch wären wie in den Expertflyer-Sitzplänen angegeben, bliebe der Flugraum weitgehend unbesetzt.