In der Schweiz sind fast tausend Unfallschwerpunkte bekannt, wobei Wangen-Brüttisellen und das Gubrist-Portal in Zürich sowie Egerkingen SO als besonders riskant gelten. Seit dem Start des Verkehrssicherheitsprogramms Via Sicura im Jahr 2013 müssen Bund, Kantone und Gemeinden solche gefährlichen Orte erkennen und entschärfen.
Trotz dieser Maßnahmen zählte man zwischen 2022 und 2024 landesweit insgesamt 948 Unfallschwerpunkte – etwa 150 weniger als zu Beginn des Programms, obwohl der Verkehr stetig zunimmt. Rund 100 dieser Stellen befinden sich auf Nationalstrassen.
Besonders gefährlich ist die Strecke vor dem stark frequentierten Brüttiseller Kreuz bei Wangen-Brüttisellen, wo täglich bis zu 135’000 Fahrzeuge unterwegs sind. Hier sorgt der Rückstau von der A1 auf die A15 oft für kritische Situationen, in denen Fahrzeuge mit hoher Geschwindigkeit auf stehende oder stockende Kolonnen treffen müssen.
Das Bundesamt für Strassen plant ab 2028 den Ausbau der Pannenstreifen zur zusätzlichen Fahrbahn und eine bauliche Entflechtung des Anschlusses Wangen. Zudem wird die Strecke im Rahmen des Projekts «A15 Brüttisellen–Uster Ost» umfangreich saniert.
Das Gubrist-Portal bei Weiningen auf der A1 zählt mit 498 Unfällen auf einer Länge von 1,5 Kilometern zwischen 2022 und 2024 zu den gefährlichsten Abschnitten. Auf dieser stark befahrenen Zürcher Nordumfahrung mit rund 120’000 Fahrzeugen pro Tag kommt es häufig zu Auffahrunfällen durch abruptes Abbremsen vor dem Tunnel.
Nach der Fertigstellung der Sanierungsarbeiten bis voraussichtlich 2028 soll sich die Lage verbessern, so dass das Gebiet kein Unfallschwerpunkt mehr sein wird. Ein weiterer kritischer Punkt ist Egerkingen auf der A2 im Kanton Solothurn mit 118 Unfällen innerhalb von 0,9 Kilometern.
Die hohe Verkehrsdichte an der Schnittstelle von A1 und A2 trägt zu den Schwierigkeiten bei. Insbesondere die Ausfahrt in Richtung Kreuz Härkingen ist problematisch, da dort verschiedene Fahrmanöver auf engem Raum erfolgen müssen.
Seit Mai 2025 läuft ein großes Ausbauprojekt auf der A1, das auch den Anschluss Egerkingen umfasst. Geplant sind unter anderem Kreisel und eine neue Verkehrsführung, um die bestehenden Gefahren zu eliminieren.