Nach einer Phase der Unsicherheit zeigt sich an den Schweizer Finanzmärkten eine deutliche Belebung: Der Leitindex SMI stieg am Mittwoch gemeinsam mit anderen Märkten spürbar. Zyklike und konjunktursensible Titel erfreuten sich besonderer Nachfrage, wobei einige Marktteilnehmer vor übereilter Euphorie warnten, da ein nachhaltiger Frieden noch immer nicht gesichert ist.
Die in der Nacht zum Mittwoch zwischen den USA und dem Iran vereinbarte Waffenruhe löste bei Investoren eine spürbare Entlastung aus. “Für die Anleger fühlt es sich an, als würde ein schwerer Druck abfallen”, kommentierte ein Händler. Besonders die Erwartungen richteten sich auf die Öffnung der Straße von Hormus, welche für den Handel und speziell für die Ölpreisentwicklung von zentraler Bedeutung ist.
Trotz des erleichterten Marktbildes riefen Analysten zur Vorsicht auf: “Ein dauerhafter Frieden in der Region ist noch nicht erreicht”, merkte ein Fachmann an. Es sei abzuwarten, ob die Schifffahrtsroute tatsächlich langfristig geöffnet bleibe und ob sich ein stabiles Abkommen ergebe. Nicht zu vergessen seien zudem die bereits entstandenen Schäden an der Infrastruktur und der Weltwirtschaft.
Nach dem Waffenstillstand kam es bei den Ölpreisen zu einer merklichen Entspannung: Ein Barrel Brent kostete am Mittwochabend noch knapp 95 US-Dollar, ein Rückgang um 13 Prozent. Der kriegsbedingte Höchstwert von fast 120 Dollar rückt damit wieder in die Ferne.
Der Schweizer Leitindex SMI beendete den Handelstag mit einem Plus von 2,5 Prozent bei 13’113 Punkten. Er erreichte im Verlauf des frühen Handels bis zu 13’270 Punkte. Auch andere bedeutende europäische Indizes und die US-Aktienmärkte verzeichneten deutliche Zugewinne.
Analysten zufolge profitierten vor allem jene Anlageklassen, die in der Vergangenheit am stärksten gelitten hatten. Besonders gefragt waren energieintensive Baustoffe, Zykliker und Industrietitel. So verzeichneten ABB, Holcim, Sika, Amriva und Geberit Kurssprünge von bis zu 8 Prozent. Auch Luxusgüteraktien wie Richemont und Swatch legten ähnlich stark zu.
Die Gewinne bei defensiven Titeln wie Nestlé (+0,7 Prozent) und Swisscom (+0,5 Prozent) blieben dagegen moderat.