Trotz steigender Ticketpreise und zunehmender klimatischer Bedenken ist die Zahl der Flüge im vergangenen Jahr auf ein Allzeithoch angestiegen. Eine Umfrage zeigt, dass nicht alle Schweizer sich Fernreisen leisten können. Die Luftfahrt hat sich von den wirtschaftlich schwierigen Corona-Jahren erholt und erfreut sich wieder großer Beliebtheit. Im Jahr 2025 erreichte die Zahl der Passagiere über die schweizerischen Flughäfen mit 60 Millionen einen neuen Höchstwert, wie Daten des Bundesamts für Statistik (BfS) belegen. Das entspricht einem Anstieg von 2,2 Millionen oder vier Prozent im Vergleich zu 2024. Der Flughafen Zürich führte mit 32,5 Millionen Passagieren, gefolgt von Genf (17,7) und Basel (9,6). Dieser Trend spiegelt die zunehmende Bedeutung des Zürcher Flughafens als internationales Drehkreuz wider. Als Verbindungspunkt zwischen Asien und Amerika zeigt er das globale Wachstum im Luftverkehr. Die Iata verzeichnete einen Anstieg der internationalen Nachfrage nach Flügen um 7,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Von den 60 Millionen Passagieren waren 35 Millionen auf der Durchreise und 25 Millionen starteten ihre Reisen an Schweizer Flughäfen. Europa war bei 80 Prozent dieser Abflüge das Ziel, wobei die häufigsten Destinationen Spanien, Grossbritannien und Portugal waren. Pristina belegt Platz vier unter den beliebtesten Zielen dank der kosovarischen Diaspora in der Schweiz, vor Lissabon, Madrid oder Berlin. 800 000 Personen flogen nach Kosovo. Albanien hat sich zu einem populären Reiseziel entwickelt; die Zahl der Flüge aus der Schweiz stieg von 5500 im Jahr 2005 auf 100 000 im Jahr 2025. Tirana und das Baltikum profitieren ebenfalls vom Angebot direkter Flüge. Trotz gestiegenem Klimabewusstsein bleibt das Reisen bei den Verbrauchern beliebt, wie Andrea Beffa vom Schweizer Reise-Verband (SRV) erklärt: «Die Sensibilität ist grösser geworden, doch man lässt sich das Reisen nicht nehmen.» Der SRV bemüht sich um klimafreundlichere Optionen wie Direktflüge und längere Aufenthalte. Das Meinungsforschungsinstitut GfS Bern berichtet für den Touring Club Schweiz (TCS), dass das Klimabewusstsein die Reisehäufigkeit nur bei einem Teil der Bevölkerung reduziert. Die ökologische Einstellung beeinflusst das Verhalten weniger als früher, so die Studienmitautorin Sophie Schäfer. Die Zahlen zeigen eine gespaltene Gesellschaft: Während einige mehr reisen, sparen andere aus finanziellen Gründen. Im vergangenen Jahr gaben 37 Prozent der Befragten an, sich das Reisen kaum leisten zu können – ein Höchstwert seit Beginn des TCS-Barometers im Jahr 2017. Sophie Schäfer vom GfS merkt an: «Der Kostendruck ist spürbar.» Krankenkassenprämien und Wohnkosten gehören zu den Top-Sorgen der Schweizer Bevölkerung. Wer über ein höheres Einkommen verfügt, fliegt häufiger und weiter weg, bestätigt die Reisebranche. Andrea Beffa hebt hervor, dass heute oft umfangreichere Reisen gebucht werden, bei denen das Erlebnis im Vordergrund steht. Asien und der Nahe Osten waren beliebte Ziele, wobei Dubai ein wichtiger Hub wurde. 700 000 Schweizer besuchten Dubai im vergangenen Jahr. Die aktuelle Lage nach dem Iran-Krieg beeinflusst jedoch die Reisepläne für das Jahr 2026. Dertour beobachtet eine Verschiebung des Interesses von Osten nach Westen, wobei Ziele am westlichen Mittelmeer im Trend liegen. Auf Langstrecke sind die Dominikanische Republik, die Karibik und Mauritius gefragt, während der Iran-Krieg die Nachfrage nach Ägypten oder Zypern dämpft. Die Reiselust in der Schweiz bleibt ungebrochen, sofern finanzielle Mittel vorhanden sind.