An der größten UNO-Simulation weltweit nahmen die Schweizer Studierenden Lea Schmidt-Pollitz und Alexander Balmer teil. Sie vertraten als temporäre Diplomaten ein fremdes Land in New York und kehrten mit klaren Ideen zur Zukunft der Vereinten Nationen zurück.
Lea Schmidt-Pollitz, eine Studentin im Fach Internationale Beziehungen in Genf, und Alexander Balmer, Physikstudent an der ETH Zürich, erlebten eine bereichernde Zeit. Balmer beschreibt die Teilnahme als einmalige Gelegenheit zur Vertiefung der Kenntnisse über die UNO, um Fähigkeiten wie das Reden vor großen Publikum oder Diskussionen mit Menschen weltweit zu erlernen.
Statt der Schweiz repräsentierten sie Polen. Ihre Vorbereitung umfasste das Kennenlernen eines multidisziplinären Teams, die Übung in diplomatischen Fertigkeiten sowie ein intensives Studium der polnischen Aussenpolitik, unter anderem durch Gespräche mit dem polnischen Botschafter.
Schmidt-Pollitz betont als größte Herausforderung das glaubwürdige Vertreten eines fremden Landes, besonders bei grundsätzlichen Fragen wie Menschenrechten. Ihr Hauptaugenmerk lag in der Resolution auf der Stärkung junger Menschen als Friedensstifter und deren Einbindung in präventive Projekte.
Die Kritik an der UNO als ineffektiv oder überholt nehmen sie mit einer zwiespältigen Haltung zur Kenntnis. Schmidt-Pollitz hebt die Notwendigkeit der UNO hervor, betont jedoch strukturelle Blockaden und den Bedarf nach Reformen. Balmer ergänzt, dass im humanitären Bereich viel geleistet wird, dies aber oft übersehen wird.
Schmidt-Pollitz schlägt vor, die Handlungsfähigkeit der UNO zu stärken und ihre Finanzierung zu verbessern. Sie kritisiert Machtasymmetrien und diskutiert die Stärkung der Generalversammlung als mögliche Lösung, um dem Sicherheitsrat Einfluss zu nehmen.
Das Gespräch führte Karoline Arn auf Tagesgespräch am 17.04.2026.