Erstmals wurde eine Bonapartemöwe, ein nordamerikanischer Verwandter der Lachmöwe, in der Schweiz gesichtet. Ornithologen entdeckten den seltenen Vogel am Freitagabend im waadtländischen Préverenges und zogen damit zahlreiche Vogelbegeisterte an. Nach einem vielbeachteten Auftritt am Samstag verschwand die Möwe am Sonntag, um dann am Montag wieder gesichtet zu werden, wie der Ornithologenverein Lausanne mitteilte.
Die Zukunft des Jungvogels ist ungewiss; er könnte in Nordeuropa bleiben, weiterziehen oder nach Nordamerika zurückkehren. Experten vermuten, dass starke Winde das Tier während seines Zuges nach Europa verdriftet haben könnten. Die Art brütet normalerweise in Kanada und Alaska und überwintert im Süden der USA sowie in Mexiko.
Die Bonapartemöwe ist kleiner als die heimische Lachmöwe, erkennbar an ihrem feinen schwarzen Schnabel und den blassrosa Beinen. Im Prachtkleid zeigt sie einen dunkelgrauen oder schwarzen Kopf. Der Name der Möwe geht auf den französischen Naturforscher Charles Lucien Bonaparte, Neffen Napoleons, zurück. Mit bis zu 500’000 erwachsenen Exemplaren gilt die Art als ungefährdet.