Das interkantonale ArroBroye-Projekt der Kantone Waadt und Freiburg zielt darauf ab, die Wasserversorgung eines zentralen landwirtschaftlichen Gebiets zu stabilisieren. Wasser soll vom Neuenburgersee gepumpt werden, um den Anforderungen gerecht zu werden.
“Es ist unvorstellbar, die Bewässerung mitten drin abzubrechen”, betont Fabrice Bersier, der Präsident der Genossenschaft ArroBroye, gegründet im Dezember des vergangenen Jahres. Die Broye-Region, bekannt für den Anbau von Kartoffeln, Mais, Weizen, Zuckerrüben und Raps, zählt zu den fruchtbarsten landwirtschaftlichen Gebieten der Schweiz. Für die Ernährungssicherheit sei das Gebiet essentiell, unterstreicht der Landwirt aus Freiburg. Eine unzureichende Bewässerung führe zu bedeutenden Ernteausfällen.
Angesichts des Klimawandels steht fest: Langfristig soll die Produktion gesichert und die Betriebsanfälligkeit reduziert werden. Ein weiterer Aspekt ist der Gewässerschutz, da Pumpverbote zunehmend ausgesprochen werden, besonders zu Beginn des Sommers.
Das Projekt überzeugt auch Organisationen, die sich für Biodiversität und Wasserqualität einsetzen, wie Bersier hervorhebt. Es vereint viele Landwirte einer umfangreichen Region. Von Anfang an unterstützten die Kantone Waadt und Freiburg das Vorhaben.
Nun steht der formale Beschluss durch die Gemeinden aus: Rund 760 Hektar des Netzes gehören den Kommunen von insgesamt 4229 Hektar. Etwa 144,5 Kilometer an Leitungen sind geplant, weshalb sich die Gemeindebehörden über Beitritte und Ausstattung entscheiden müssen. Der Präsident von ArroBroye ist zuversichtlich, dass die Legislativen zustimmen.
Estavayer hat bereits seine Mitgliedschaft bestätigt, nachdem sie mit der Modernisierung ihrer Trinkwasserinfrastruktur begonnen hatte und so Synergien ermöglicht wurden. Bersier sieht hier eine Verbindung zwischen öffentlicher Infrastrukturentwicklung und landwirtschaftlichen Bewässerungsprojekten.
Für die Studie zur Verbesserung der Versorgungssicherheit bewilligten die Behörden von Estavayer im Frühjahr 2025 einen Kredit in Höhe von 2,1 Millionen Franken. Das auf 62,8 Millionen Franken geschätzte Projekt sieht eine gemeinsame Finanzierung durch Landwirte, Kantone Waadt und Freiburg sowie den Bund vor.
Geplant ist die Umsetzung des Projekts zwischen 2031 und 2032. Im nächsten Jahr stehen öffentliche Anhörungen an, während die Arbeiten möglicherweise schon 2029 beginnen könnten, was laut Bersier zur Erhaltung der landwirtschaftlichen Broye beiträgt.