Ein historischer Moment für die Schweizer Leichtathletik: Simon Ehammer errang bei der Hallen-WM in Torun Gold im Siebenkampf und setzte einen neuen Weltrekord. Vor dem Wettkampf äusserte sich Ehammer selbstbewusst, indem er seine Dominanz in dieser Disziplin betonte.
Der 26-jährige Athlet aus Appenzell erzielte beeindruckende 6670 Punkte und übertraf damit nicht nur den Europarekord von Sander Skotheim (6558) aus dem Vorjahr, sondern verbesserte auch den Weltrekord des Amerikaners Ashton Eaton (6645) um 25 Punkte. Er lag sogar satte 333 Punkte vor dem Zweitplatzierten Heath Baldwin.
Ehammer ist der erste Schweizer, dem es gelang, in der Halle einen Weltrekord aufzustellen. In der Freiluftkategorie gab es bisher Erfolge wie den von Werner Günthör im Kugelstoßen (1998) und Markus Ryffel über 2000 m (1985).
Um seinen neuen Weltrekord zu sichern, musste Ehammer im abschließenden 1000-m-Lauf eine Zeit von unter 2:43,26 Minuten laufen. Er erreichte seine persönliche Bestzeit mit 2:41,04 Minuten.
Den zweiten Wettkampftag begann er fulminant: In der Hürdenstrecke über 60 m stellte er mit 7,52 Sekunden einen neuen Rekord für den Siebenkampf auf und unterbot seine bisherige Bestzeit um drei Hundertstel. Bereits am Vortag war er im Sprint über 60 m mit einer Zeit von 6,69 Sekunden der Schnellste, womit er ebenfalls die persönliche Bestleistung verbesserte. Auch in Weitsprung (8,15 m) und Stabhochsprung (5,30 m) zeigte er seine Klasse.
Mit dem Weltrekord gelang Ehammer eine beeindruckende Antwort auf die Enttäuschungen der vergangenen WM in Tokio, wo er nach einem Weitsprung-Rang vier den Zehnkampf wegen eines Fehlers im Hochsprung abbrechen musste. In Torun verbesserte er seinen Schweizer Rekord im Siebenkampf um 164 Punkte und zeigt damit großes Potenzial für die kommende Freiluftsaison, vorausgesetzt, er behält seine derzeitige Lockerheit bei.