Während einer internationalen Aktion gegen organisierte Kriminalität nahmen die Bundesanwaltschaft und die Bundeskriminalpolizei sechs Personen fest, darunter einen Angestellten des Bundesamtes für Polizei (Fedpol). Diese Verhaftungen enthüllten ein Korruptionsszenario, das in Sicherheitskreisen am Dienstag Realität wurde. Die Durchsuchungsaktionen fanden in den Kantonen Basel-Stadt und Basel-Landschaft sowie im benachbarten Ausland Frankreichs und Deutschlands statt. Dabei wurden zwölf Wohnungen durchsucht und sechs Personen verhaftet, darunter ein Mitarbeiter des Bundessicherheitsdienstes (BSD), einer Abteilung von Fedpol.
Der BSD ist zuständig für den Schutz von Bundesratsmitgliedern sowie anderer hochrangiger Amtsträger und die Sicherheit der Bundesgebäude. Dem Beamten werden schwerwiegende Vergehen vorgeworfen, darunter Beteiligung an einer kriminellen Organisation, Straftaten gegen das Betäubungsmittelgesetz, Bestechlichkeit und Verletzung des Amtsgeheimnisses. Die Ermittler der Bundesanwaltschaft gehen davon aus, dass er vertrauliche Informationen für Entgelt weitergegeben hat, wobei eine weitere beschuldigte Person zum Kern einer Drogenhandelsorganisation gehört.
Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung. Aufgrund des laufenden Verfahrens gibt es keine weiteren Details von Seiten der Bundesanwaltschaft. Im Juni 2025 geriet der BSD erneut in den Fokus, als sein Chef Stéphane Theimer seinen Posten wegen Meinungsverschiedenheiten mit Fedpol-Direktorin Eva Wildi-Cortés über Vision und Führung verließ. Seit März leitet Patrick Wittwer den Bereich Bundessicherheitsdienst und ist zugleich Vizedirektor von Fedpol, zuvor war er Sicherheitschef bei den SBB.
Im Juni 2025 gewährte der normalerweise äusserst diskrete BSD dem Westschweizer Fernsehen Einblick in seine Arbeit. Rund 150 Mitarbeiter sorgen jährlich für die Sicherheit von etwa 60 Veranstaltungen im In- und Ausland.