Der offizielle Spatenstich für die neue Kantonsstrasse von Wiler nach Blatten wurde am Dienstag vollzogen, wie der Walliser Staatsrat Franz Ruppen vor den Medien bekannt gab. Dieser Schritt sei ein klares Zeichen dafür, dass nicht nur der Bau im vollen Gang ist, sondern auch eine zukünftige Entwicklung des Tales gewährleistet werde.
Ein Bergsturz am 28. Mai 2025 hatte zu erheblichen Beeinträchtigungen der Zufahrtswege im Lötschental geführt. Der Kanton Wallis reagierte darauf mit dringenden Massnahmen, darunter einer temporären Strasse entlang des Weges von Netzbord über Weissenried nach Blatten.
Diese Notlösung ist erhöht und somit in den Wintermonaten nicht passierbar. Der Kanton plant daher mit der neuen Kantonsstrasse eine dauerhafte Verbindung zwischen Wiler und Blatten herzustellen, um das hintere Lötschental wieder anzubinden.
Durch die Aktivierung der Polizeiklausel soll ein beschleunigter Baufortschritt ermöglicht werden; dies schließt eine öffentliche Auflage und das öffentliche Beschaffungsrecht aus. Stephan Luggen von der kantonalen Dienststelle für Mobilität betonte, dass die Planung in dieser kurzen Zeitspanne besonders herausfordernd gewesen sei.
Matthias Bellwald, Gemeindepräsident von Blatten, bezeichnete die Strasse als „Lebensnerv“ des Tals und versicherte, dass Bewohnerinnen und Bewohner im Sommer in jene noch bewohnbaren Häuser zurückkehren können. Die 2.8 Kilometer lange neue Strecke verläuft teilweise über den Schuttkegel auf der linken Seite des Tales und wurde anhand einer Gefahrenkarte geplant.
Arbeiten finden gleichzeitig an mehreren Baustellen statt, um die Fertigstellung bis Ende 2029 zu gewährleisten. Staatsrat Ruppen erklärte zudem, dass verschiedene Schutzmaßnahmen gegen Naturgefahren getroffen werden, wobei ein großer Teil der Kosten vom Kanton übernommen wird.
Zusätzlich zur Kantonsstrasse plant die Walliser Regierung den Bau einer provisorischen Seilbahn zwischen Wiler und Weissenried, um eine zuverlässige Verbindung auch im Winter sicherzustellen. Diese soll ab Mitte Dezember 2026 in Betrieb gehen und Personen sowie Güter transportieren können; sie wird drei Jahre lang betrieben.
Für die Seilbahn hat der Staatsrat einen Kredit von 9,3 Millionen Franken bewilligt, während die Strasse mit einem Kredit von 29,7 Millionen Franken finanziert wird. Der Staatsrat kann laut dem Dekret zur Bewältigung des Bergsturzes im Lötschental Ausgaben bis zu 30 Millionen Franken alleine genehmigen.
Die SRF-Podcastserie „Ade, Blatten – Ein Dorf verliert seine Heimat“ beleuchtet in vier Teilen die Verarbeitung der Ereignisse durch die Bewohner und die politischen Fragen, die sich daraus ergeben: Kann eine zerstörte Heimat wiederaufgebaut werden? Die Serie ist auf diversen Plattformen verfügbar.