Die Anzahl der Beteiligungen von Stadt und Kanton Zürich ist innerhalb weniger Jahre von unter 50 auf rund 120 angestiegen. Ein Beispiel für solche Erwerbungen ist die Übernahme der Aargauer Heizteam Savaris AG durch die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ) im Dezember 2022. Ziel dieser Akquisition war es, eine Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik-Einheit als Teil von EKZ-Gebäudeenergie-Lösungen zu etablieren. Dieses Engagement der öffentlichen Hand in Bereichen mit privaten Anbietern ist nicht isoliert: Seit 2020 hat Zürich, laut einer Antwort des Regierungsrats auf eine parlamentarische Anfrage der SVP, sieben Akquisitionen getätigt, fünf davon außerhalb Kantonsgrenzen. Die meisten Bürger wissen vermutlich nicht, dass ihr staatlicher Stromversorger nun auch Heizungsmonteure im Aargau und Thurgau besitzt. Historisch gesehen gab es Situationen von Marktversagen, die den Aufbau öffentlicher Unternehmen rechtfertigten, wie bei der Zürcher Kantonalbank oder der kantonalen Gebäudeversicherung. Heute jedoch betreten staatliche Versorger Märkte mit etablierten privaten Anbietern, angezogen von Marktchancen, etwa im Bereich des Laden von Elektroautos, wo Energie 360° einen bedeutenden Marktanteil hält. Eine Untersuchung der Basler BSS für die Unternehmergruppe Wettbewerbsfähigkeit analysierte staatliche Aktivitäten in den Bereichen Energiesektor und Informatik. Studienautor Lukas Mergele betont das signifikante Wachstum und geografische Ausdehnung der Beteiligungen, während Roland Maurhofer auf das breite Aufscheinen des Staates über Firmen hinweist. Die Studie kritisiert die zunehmenden Risiken für die öffentliche Hand, insbesondere nach dem Energiekrisenjahr 2022, als Axpo eine Liquiditätsunterstützung benötigte. Von den untersuchten Beteiligungen gehören fünf zum Kanton Zürich: Axpo, EKZ und weitere. Die Studie empfiehlt für Axpo eine Überprüfung der Beteiligungshöhe und mögliche Aufspaltungen, während bei EKZ die Bereiche Contracting und Eltop hinterfragt werden. Beim EWZ wird der Erwerb ausländischer Windparks kritisiert. Die Studie rät zu einem Verkauf dieser Beteiligungen, da grüne Energien auch am Markt beschafft werden könnten. Trotz der Herausforderungen betonen die Unternehmen in ihren Strategien die Notwendigkeit einer klaren Abgrenzung zwischen Monopol- und Marktbereichen. Doch Studienergebnisse zeigen systematische Benachteiligungen privater Konkurrenten aufgrund privilegierter Finanzierungskonditionen staatlicher Unternehmen. Solche Dynamiken lassen sich auch in jüngsten Übernahmen wie die eines Thurgauer Heizungsbetriebs durch EKZ beobachten.