Vapes, Snus und Nikotinbeutel sind in der Alltagskultur vieler Kinder fest verankert. Eine Studie der Lungenliga Zentralschweiz aus dem Herbst 2025 zeigt auf, dass etwa ein Drittel der Jugendlichen zwischen zehn und achtzehn Jahren in der Deutschschweiz bereits mit Nikotinprodukten experimentiert hat, wobei 44 Prozent regelmäßig konsumieren. Die meisten bevorzugen dabei Vapes oder Zigaretten, gefolgt von Snus und Schnupf. Rund die Hälfte dieser Gruppe möchte jedoch aufhören, scheitert aber möglicherweise an der Umsetzung ohne Unterstützung.
Im Rahmen des Pilotprojekts «Nikotinstopp für Minderjährige» will die Lungenliga Zentralschweiz Kinder und Jugendliche beim Ausstieg begleiten. Tanja Meyer, Geschäftsführerin der Lungenliga Zentralschweiz, betont: “Die Nachfrage nach motivierender Begleitung und Unterstützung bei der Stressbewältigung ist groß – ein Angebot, das diese Bedürfnisse bisher nicht abdeckt.” Das Programm richtet sich speziell an den Konsum moderner Nikotinprodukte wie E-Zigaretten, Snus und Tabakerhitzer. “Diese können oft unbemerkt von Eltern oder anderen Bezugspersonen konsumiert werden”, fügt Meyer hinzu.
Zudem seien viele alternative Produkte unterschätzt – sowohl bei Jugendlichen als auch bei ihren Eltern. Vapes und Snus enthalten häufig mehr Nikotin als herkömmliche Zigaretten, was besonders gefährlich ist. Laut der Studie entwickelte fast 40 Prozent der Minderjährigen eine psychische Abhängigkeit, wobei viele körperliche Beschwerden wie Herzrasen oder Atemprobleme bemerken, den Zusammenhang zum Konsum jedoch nicht erkennen.
Tina Meyer beschreibt den Suchtdruck als besonders belastend. Obwohl der Verkauf von Nikotinprodukten an Minderjährige seit Oktober 2024 verboten ist, bleibt das Problem bestehen, da viele Jugendliche Zugang über ihr schulisches oder privates Umfeld finden – etwa durch Freunde oder ältere Geschwister.
Daher setzt das Projekt der Lungenliga Zentralschweiz gezielt bei den Ursachen an und möchte die jungen Menschen dabei unterstützen, “Nein” zu sagen. Neben den Erkenntnissen aus der Umfrage fließen auch Perspektiven von Kindern sowie Fach- und Bezugspersonen in das Pilotprojekt ein, das im Winter 2026 startet und später auf die gesamte Schweiz ausgeweitet werden soll.