Am Donnerstagabend wurde im Zürcher Hallenstadion die Schweizer Musikszene geehrt. Hecht sicherte sich vier Preise, ein Kunststück bisher nur Nemo gelungen war.
Stefan Buck von Hecht reagierte zunächst mit einem spontanen «Fucking Hell!». Zum vierten Mal in jener Nacht stand er auf der Bühne des Hallenstadions und nahm einen Preis entgegen. Das Mundartrock-Quintett gewann alle Kategorien, in denen es nominiert war: Beste Gruppe, bester Live Act, Best Streaming Artist und bester Song. Mit «Mon Amour» gelang Hecht endlich der Durchbruch im Publikumspreis für den besten Hit.
Hecht verdoppelte seine Trophäensammlung an diesem Abend auf vier Auszeichnungen – ein Rekord, der vorher nur Nemo 2018 erreicht hatte. Nach drei Reden fehlten Buck die Worte; Drummer Chris Filter sprach stattdessen und dankte Buck für «seine Vision» und seine Songs. Buck widmete sich seiner Frau, die seit zwanzig Jahren als erste «die vielen schlechten Songs» hören müsse, und schloss mit: «Hecht träumt immer weiter!»
Gölä hingegen musste sich erneut mit dem Nichtgewinnen eines Swiss Music Awards abfinden. Sieben Mal war der Mundartrocker zuvor nominiert und ging jedes Mal leer aus. An diesem Abend scheiterte er sowohl mit seiner Ballade «Brich mir mis Herz» als auch in der Kategorie bester nationaler Act. Nach dem Ende des Events zeigte ein Fernsehübertragung Gölä sitzend bereit zum Aufbruch.
In der Kategorie Bester nationaler Act gewann Trauffer, der im Sommer 2022 mit Gölä das Zürcher Letzigrund an zwei Abenden ausverkauft hatte. Er bedankte sich per Videobotschaft und lobte die Schweizer Musik.
Die Veranstaltung startete schweizerisch: Männer in Appenzeller Sennentracht sangen das Intro zu Bliggs «Legändä & Heldä» vor einem Akkordeon-Auftritt. Bligg präsentierte ein Medley seiner Songs, während Moderatorin Annina Frey die Länge der Swiss Music Awards im Vergleich zur Karriere des Musikers betonte. Gemeinsam mit Melanie Winiger führte sie zum dritten Mal durch den Abend.
Die Kamera fokussierte sich auf Rapper Jule X. Christa Rigozzi hatte ihn zuvor wegen seines Trainingsanzugs im roten Schal ermahnt, was der 24-Jährige mit einem «Ich habe wohl gelogen» kommentierte. Jule X gewann den Preis für seine Aktivität in sozialen Netzwerken, eine Kategorie seit 2024 existent.
Miss C-Line erhielt den Artist Award, verliehen von Schweizer Musikschaffenden selbst. Als Best Breaking Act wurde Zoë Më ausgezeichnet, die beim letzten ESC null Punkte erzielt hatte. Sie dankte ihrem Manager für das Tattoo ihres Songs und verpasste den Preis für den besten Hit.
Nina Valotti gewann den Best Talent Award, dotiert mit 10.000 Franken, Baby Volcano wurde als Best Act Romandie geehrt.
Mit der Vergabe jeder Auszeichnung sank die Aufmerksamkeit des Publikums. Einige verließen den Saal während eine Karaoke-Version von Polo Hofers «Alperose» geplant war. Auch Auftritte von Bastian Baker, Beatrice Egli, Stress, Lo & Leduc sowie dem ESC-Gewinner JJ füllten das zweieinhalbstündige Programm.
International gingen die Auszeichnungen an Rosé und Bruno Mars als beste Gruppe sowie an Alex Warren für verschiedene Kategorien. Er sendete eine verschlafene Videobotschaft ins Hallenstadion.
Annina Frey mahnte Melanie Winiger zu knapperen Ansagen, während Baschi mit einer Anekdote über seine hochschwangere Frau die Veranstaltung verlängerte und das Publikum auf Kameras vorbereitete. Am Ende war es ein Glücksfall, dass Buck und Hecht bei den Dankesreden kaum noch etwas zu sagen hatten; das Publikum sehnte sich nach der After-Show-Party.