Tobias Langenegger, neugewählter Neo-SP-Stadtrat von Zürich, beharrt auf seinem Wohnrecht in einer unterstützten Genossenschaftswohnung im Kreis 5, obwohl er ein Jahresgehalt von 250.000 Franken erhält und sich während des Wahlkampfs für die Bekämpfung der Wohnungsnot engagiert hatte. In einem Instagram-Video äusserte sich Langenegger besorgt über die prekäre Wohnungssituation in Zürich, wobei er betonte, dass viele Menschen ihre Wohnungen verloren und aus der Stadt verdrängt wurden. Trotz seiner kritischen Worte ist seine Absicht klar: Er möchte so lange wie möglich in seiner günstigen Unterkunft bleiben, solange seine Kinder im Quartier zur Schule gehen.
Langenegger, der als Hochbauvorsteher gilt und die Renditeorientierung der Immobilienkonzerne kritisiert, fordert mehr gemeinnützige Wohnungen und staatliche Eingriffe. Sein Vorschlag umfasst den vermehrten Ankauf von Liegenschaften durch die Stadt und die Unterstützung gemeinnütziger Bauträger sowie eine strukturelle Kontrolle über den Boden.
Ein weiteres Beispiel für diese Widersprüchlichkeit bietet David Garcia Nuñez, Fraktionschef der Alternativen Liste, der in einer vergünstigten Sechs-Zimmer-Wohnung lebt. Solche Beispiele zeigen die Herausforderungen des Mietmarktes: Viele Genossenschaften und Stiftungen verzichten auf Einkommensgrenzen im Interesse einer sozialen Durchmischung, was jedoch oft dazu führt, dass jene mit niedrigem Einkommen leer ausgehen. Die Stadtregierung unter Rot-Grün könnte durch strengere Vorgaben für gemeinnützige Bauträger diese Dynamik ändern, zeigt bisher aber kein Interesse daran.
In der Diskussion über preisgünstige Wohnungen nach Umzonungsprojekten bleibt die Einkommensgrenze oft ungenügend kontrolliert. Dies ermöglicht es Personen, die ihren sozialen Status verbessern, in günstigen Wohnungen zu bleiben. Trotz des Engagements von Rot-Grün seit fast vier Jahrzehnten zeigt sich wenig Erfolg bei der Lösung der Wohnungsknappheit.
Es bleibt ein drängendes Problem: Die gemeinnützigen Wohnungen müssen jenen zugutekommen, die sie am nötigsten haben. Langenegger selbst fällt nicht in diese Kategorie und kann sich eine teure Alternative leisten – im Gegensatz zu vielen Zürcherinnen und Zürchern.