Der Aktienmarkt zeigt sich unbeeindruckt von den andauernden Spannungen zwischen dem Iran und anderen Ländern, was zu neuen Höchstständen führt. Experten identifizieren mehrere Gründe für diese Stabilität.
An der Börse sind Abkürzungen wie Tina (There Is No Alternative) und Brics (Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika) weit verbreitet. Aktuell wird das Akronym Ebitda, normalerweise für “Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization”, humorvoll als “Earnings Before Iran, Tariffs and Donald Announcements” umgedeutet. Dies reflektiert die Unsicherheit in der Unternehmenswelt seit Donald Trumps Amtsantritt am 20. Januar 2025.
Trotz des chaotischen Klimas und geopolitischer Spannungen haben sich Indizes wie der S&P 500 und der Nasdaq auf Rekordstände begeben, was zeigt, dass ein ruhiges Verhalten von Anlegern bisher erfolgreich war. Die Marktteilnehmer hoffen darauf, dass der Iran-Konflikt bald beigelegt wird, da sowohl die USA als auch der Iran starke Motive haben, den Konflikt zu beenden. Iran benötigt Einnahmen aus dem Ölexport, und die steigenden Preise für Benzin und Lebensmittel erhöhen in den USA den Druck auf Trump, eine Lösung zu finden.
Ein weiterer Grund für die hohen Aktienkurse ist der Boom im Bereich Künstliche Intelligenz (KI). Amerikanische Technologieunternehmen wie Microsoft, Amazon, Alphabet, Meta und Oracle planen Investitionen von 700 Milliarden Dollar. Diese Ausgaben fördern das Wirtschaftswachstum in den USA und stützen die Unternehmensgewinne, was wiederum die Aktienkurse erhöht.
Investoren suchen nach Anlagemöglichkeiten in einer Welt mit niedrigen Zinsen und wachsenden Inflationssorgen. Viele sehen im aktuellen Umfeld keine Alternativen zu Sachwerten wie Aktien oder Immobilien, was das Tina-Phänomen weiter verstärkt.
Historisch gesehen haben geopolitische Ereignisse nur kurzfristig Einfluss auf die Börsenkurse. Anleger passen sich schnell an neue Bedingungen an. Allerdings besteht das Risiko, dass der Iran-Krieg langanhaltende Auswirkungen auf die Weltwirtschaft hat und Versorgungsengpässe verursacht. Die Maximalforderungen Irans verschärfen den Konflikt weiter.
Sollten sich diese Entwicklungen fortsetzen, könnten sie Unternehmensgewinne beeinträchtigen und letztlich auch die Börsenkurse belasten. Dann wäre das Scherzen an der Börse vorbei.