Präsident Donald Trump hat seine Unzufriedenheit darüber geäußert, dass die europäischen Partner bei der Sicherung der Straße von Hormuz nicht mitwirken. Hinter den Kulissen sind die Gespräche intensiv – ein Einsatz während laufender Kampfhandlungen scheint jedoch unwahrscheinlich. Trump droht öffentlich mit einem Austritt der USA aus dem Nordatlantikpakt, da er die Nato als Papiertiger bezeichnet und eine Überprüfung der Mitgliedschaft nach dem Iran-Krieg ankündigt. Diese Ankündigung markiert eine neue Ebene seiner Skepsis gegenüber der mächtigsten Militärallianz der Welt. Trotz des Risikos für Europas Sicherheitsarchitektur haben Trumps Aussagen keine Schockwellen in Nato-Zentralen oder europäischen Hauptstädten ausgelöst; die allgemeine Reaktion lautet, dass man den Sturm vorüberziehen lassen solle und stattdessen eine Europäisierung der Allianz weiterverfolgen müsse. Nato-Generalsekretär Mark Rutte hat sich dazu nicht geäußert, sondern betont, dass die Nato stärker denn je sei und seine Zuversicht in die amerikanische Verpflichtung ausdrückt. Der Sprecher der deutschen Regierung, Stefan Kornelius, sieht Trumps Äußerungen als wiederkehrendes Muster an und mahnt zur Versachlichung der Debatte. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron fordert mehr Besonnenheit, um die Substanz des Engagements zu bewahren. Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk vergleicht Trumps Drohung mit einem Traumplan Putins. Laut Artikel 13 des Nato-Vertrags kann ein Land innerhalb eines Jahres austreten; in den USA sind die Hürden jedoch hoch, da eine Zweidrittelmehrheit im Senat erforderlich ist. Die Abschreckung der Nato könnte bereits gefährdet sein, wenn potenzielle Aggressoren Artikel 5 nicht mehr ernst nehmen. Russland könnte laut westlichen Geheimdiensten die Allianz bis Ende des Jahrzehnts „testen“. Trumps Kritik lässt oft außer Acht, dass die USA von der Nato erhebliche Vorteile ziehen; ohne sie wären ihre Abwehrsysteme und Stützpunkte in Europa weniger effektiv. Trotz Einschränkungen sind diese für den Iran-Krieg entscheidend. Die Hoffnung besteht darin, dass Trumps Drohung auf eine gerechtere Lastenverteilung innerhalb der Nato abzielt, ein Prozess, der sich zuletzt beschleunigt hat. Diplomatische Bemühungen laufen weiter, obwohl Europa bisher nicht die Verantwortung für die Sicherheit der Straße von Hormuz übernimmt. Bei einem Treffen auf Einladung Großbritanniens diskutierten Vertreter über das „dringende Bedürfnis, die Freiheit der Schifffahrt wiederherzustellen“, ohne jedoch eine Abkehr von der bisherigen Position zu beschließen.